Teil eines Werkes 
1. Bdchen (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8 MMGMT

alle Weſen hat er das Fuͤlthorn ſeiner Gnade aus⸗ gegoſſen, ſeine Guͤte iſt unendlich, aber auch Menſchenſatzungen ſind allgewaltig und dieſe ſind die Quelle unſaͤglicher Leiden. Die Alten ver⸗ ſetzten das Fatum in den Himmel, auf der Erde wohnt es. Die geſellſchaftliche Ordnung, des Menſchen Schoͤpfung, iſt das unerbittliche, un⸗

beugſame Schickſal. Bei dieſen Worten

gieng er ſort. Auf ſolche Weiſe draͤngte mich der Fremde jedes Mal, wenn ich ihm naͤher zu kommen ſuchte, ſanft zuruͤck; ſein, dem Troſte unzugaͤngliches, edles und wohlwollendes Herz war des Gluͤckes unfaͤhig, wohl aber vermochte es zu begluͤcken.. n⸗

Unſere Fahrt war gluͤcklich beendet, wir ſtie⸗ gen in Baltimore ans Land. Der junge Reiſende Heerſuchte mich, ihn als Freiwilligen in meinem Re⸗ gimente anzuſtellen. Unter dem Namen Cduard ward er in die Regimentsliſte eingetragen, den⸗ ſelben fuͤhrte er in dem Schiffsregiſter. Der Feld⸗ zug begann und ich hatte bald Gelegenheit zu be⸗ merken, daß Eduard ſein Leben muthwillig wagte, wie ein Menſch der ſterben will. Ich zitterte

fuͤr ihn, denn ich geſtehe, daß ich mich immer

inniger zu ihm hingezogen fuͤhlte, und dies Opfer des Ungluͤcks mit herzlicher Liebe umfaßte. Ich ſagte ihm zuweilen: Ihr Leben kenne ich nicht,

b * 1