Teil eines Werkes 
1. Bdchen (1826)
Entstehung
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beobachten Gelegenheit fand. Er beſaß viel Eigen⸗ thuͤmlichkeit des Geiſtes, er faßte Alles auf nicht gewoͤhnliche Weiſe auf, weil niemals die Eigen⸗ liebe ſein Urtheil leitete. Ich habe nie einen unbefangeneren Menſchen geſehn. Das Ungluͤck ſchien ihn der Außenwelt gaͤnzlich entfremdet zu haben; er war gerecht aus Unpartheilichkeit, und unpartheliſch aus Gleichguͤltigkeit. Jedes Wort des jungen Mannes verrieth ſeine hohe Bildung, aber waͤhrend der ganzen Reiſe ſah ich nie ein Buch in ſeiner Hand. Nichts, ſo ſchien es, fuͤllte die lange Muße des Seelebens aus. Auf einer Bank am Hinter⸗ theile des Schiffes ſitzend, ſtarrte er ſtundenlang in das Meer hinein und verfolgte mit duͤſtern Blicken die Furchen, welch⸗ das Fahrzeug in das Waſſer ſchnitt.

Eines Tages ſagte er zu mir: Sehen ei nur, welch treues Bild des Lebens! Auch wir ziehen ja muͤhſam in dies Jammermeer des Lebens unſere Furchen, welche ſich bald hinter uns ſchlie⸗ ßen. Wie duͤrfen Sie, erwiederte ich, in 3 Ihren Jahren die Welt in ſo duͤſtern Farben er⸗ ſchauen? Man iſt ſehr alt, entgegnete er, . wenn man hoffnungslos lebt. Kann denn die Hoffnung nicht wiederkehren? fragte ich. Nim⸗ mer antwortete er, nein niemals, und indem er