dort William zu begegnen, der mich in irgend ein ſicheres Aſyl bringen könnte. Gott fügte, daß William zu Hauſe war. Ich erzähle ihm die entſetzliche Gefahr, der ich ſoeben entron⸗ nen, und wir ſchickten uns an, das Haus zu verlaſſen, um, gleichviel wo, eine Zuflucht zu finden, als Maſter Chiffinch eintrat. Er glaubte, ich ſey entführt worden. Als er hörte, daß Suſanne es ſey, verließ er uns ſofort wieder, um hierher⸗ zueilen. Und wir folgten ihm, weil er uns geſagt hatte, daß Du hier wäreſt.«
„Suſanne,“« ſagte Lord Lisle tief geruͤhrt,„Suſanne, können wir, Lucy und ich, wohl jemals die wunderbaren Wohlthaten vergelten, mit welchen Ihr uns uberhäufet, ganz beſonders dieſe letztere—
„Dieſe letzte und alle anderen,« antwortete die Irlän⸗ derin, deren Geſicht plötzlich todtenbleich ward,„könnt Ihr mit Wucher bezahlen—
„O ſprecht, Suſannne!“ rief Henry.»Verlanget was Ihr wollt und Gott iſt mein Zeuge, worin auch euer Verlan⸗ gen beſtehen möge, ich werde es Euch gewähren!«
Lucy taumelte.
„Mit einer einzigen Ausnahme,“ ſetzte Lord Lisle in leiſem, wehmüthigem Tone hinzu.
„Ich weiß, was Ihr meint, Mylord,« ſagte Suſanne mit ſchmerzlichem Lächeln.»Aber ich würde Euch heute nicht darum gebeten haben, ſelbſt wenn ich würdig geblieben wäre, es zu verlangen.“
Henry's Verlobte ſchien, als ſie dieſe Worte hörte, wie⸗ der zum Leben zu erwachen.
Sie ergriff Suſannen bei beidee Händen und heftete einen Blick unendlichen Schmerzes auf ſie.
Der Tiger von Tanger. IX. 11


