Teil eines Werkes 
[3. Bd.] (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

154

»Verlanget, meine Schweſter, verlanget«

O, es iſt viel, ſehr viel, was ich von Euch zu verlan⸗ gen im Begriff ſtehe,« murmelte Lucians Mutter in ernſtem Tone,und ich mag eure jetzige Aufregung nicht mißbrauchen. Ich bin, Mylord, die Schweſter des hier todt ausgeſtreckten, in ſeinem Blute liegenden Fitzgerald und Fitzgerald hat euern Vater umgebracht. Ich Lucy, bin Percy Kirke's Opfer. In den Adern des armen Knaben, den Ihr in euern Armen hal⸗ tet, Mylord, rollt daher ein Blut, welches Euch und meiner armen Luchy viel Böſes zugefügt hat. Dennoch aber ſagt mir: Wollt Ihr mich zur glücklichſten der Frauen machen? Ihr drücket mir die Hände Ihr weinet Ihr wollt mich da⸗ durch ermuthigen zu ſprechen Lord, Miß Mylord und Mylady Lisle, nehmet meinen Sohn an Kindesſtatt an und gebt ihm euern Namen.«

Henry und Lucy ließen bei dieſen Worten Suſannens Hände los und ergriffen die des Knaben, der lächelnd und weinend von Einem zum Andern blickte, je nachdem er Lächeln oder Thränen auf ihrem Geſicht zum Vorſchein kommen ſah.

»Liebes Kind! liebes Kind! Ob wir wollen, daß es unſer ſey? Wie habt Ihr daran zweifeln können, meine Schweſter?« rief die Tochter des Puritaners, indem ſie Lu⸗ cian in ihre Arme ſchloß.

»Gott, der mich hört,« ſagte Henry zu der jungen Mut⸗ ter,»weiß, daß ich eure Bitte mit Freuden gewähre. Lucy und ich, wir nehmen dieſen lieben Kleinen an Kindesſtatt an. Dennoch aber laßt mich eine Frage an Euch richten, Suſanne. Warum wollt Ihr eux Kind nicht ſelbſt behalten, meine Freundin?«

»Weil ich ſterben will, Mylord.