Teil eines Werkes 
[2. Bd.] (1859)
Entstehung
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Der Kleine bewegte ſeine Hand abwechſelnd nach der duftigen Ernte, die er eingeſammelt, und dann nach der jun⸗ gen Dame. Er ſuchte ſeine Gedanken, die er auf dieſe Weiſe andeutete, durch Worte deutlicher zu machen.

Mama Pathe« ſtammelte er, indem er auf die junge Dame, die ihn ausgeſcholten, zukam.

Ja, ich verſtehe Dich Du willſt ſagen, deine Mut⸗ ter habe Dir geſagt, Du ſolleſt dieſe Blumen für deine arme Pathe pflücken. Wohlan, gib ſie mir.

Lucian näherte ſich und ſchüttete ſeine Schürze in den Schooß der jungen Dame aus. Er empfing dafür einen Kuß und kehrte zu ſeinen Spielen zurück.

Die Pathe des Knaben betrachtete einen Augenblick lang die auf ihren Knien liegenden halb entblätterten Blumen und verſank dann wieder in ihr Hinbrüten. Sie würde in demſel⸗ ben lange verharrt haben, wenn ſie nicht durch die Wohlge⸗ rüche ermuntert worden wäre, die von den Blumen aufſtiegen. Sie ſchien plötzlich zu erwachen und murmelte leiſe:

Was wollt Ihr von mir, meine lieben Blumen, und was habt Ihr mir mitzutheilen?«

Sie nahm hierauf einige Stengel zwiſchen ihre Finger und betrachtete ſie mit traurigem Blick.

Du blühender Orangenzweig,« fuhr ſie fort,»Blüthe der Neuvermälten, wirſt Du jemals meine Stirn bekränzen? Ach, das ſteht kaum zuhoffen! Maßliebe, Dich frageich nicht. Dein Ja würde mich nichts lehren und wenn Du nein zu mir ſag⸗ teſt, ſo würde ich Dir nicht glauben. Und Du balſamiſches Maiblümchen, Du, welches die Rückkehr des Glückes anzeigt, darf ich Dir glauben? Lieber will ich mit der klagenden Ophe⸗ lig ſagen: Da iſt Rosmarin das iſt die Blume der Er⸗ innerung. Erinnere Dich meiner, mein Geliebter und hier