Teil eines Werkes 
[2. Bd.] (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

Es ſind dies ſeine eigenen Worte, General, und Ihr werdet wiſſen, daß dieſer vortreffliche Fürſt ſich nicht ſo leicht vom Enthuſiasmus hinreißen ließ. Ich verſtehe ihn aber, denn es gibt in der Welt Dinge, welche ſelbſt die kälteſten Naturen in Flammen ſetzen. Die Schönheit und natürliche Reinheit Miß Lucy's gehören zu der Zahl dieſer Dinge. Ich bin auch nicht ſehr exaltirt aber dennoch weiß ich, daß*

Ihr wäret wohl auch der Meinung eures hochſeligen Herrn, Maſter Chiffinch?« unterbrach ihn Percy Kirke in tro⸗ ckenem Tone und mit ſtolzer Stirn.

Warum nicht?« antwortete der Page dreiſt.»Kann meine lebhafte Bewunderung der Schönheit, welche Ihr an⸗ betet, Euch in irgend einer Beziehung verletzen? Laſſet doch Andere über Miß Lucy in Extaſe gerathen, ſo viel ſie wollen, General. Ihr liebt ſie und erwerbet Ihre Gegenliebe. Euch iſt es ja ſo leicht, ihre Liebe zu erlangen und zu erhalten.

Meint Ihr? ſagte Kirke, indem er ſpöttiſche Gleich⸗

giltigkeit heuchelte;»wie muß ich denn dies anfangen?«

Miß Lucy liebt ihren Vater über alle Begriffe. Um daher ihre Liebe zu erlangen und zu erhalten, brauchtet Ihr weiter nichts zu thun als«

Nun, Chiffinch, redet doch aus!

Nein, nein!« rief der erſte Page des Königs, indem er ſich vom Tiſche erhob.»Ich bin von Sinnen in der That ich ſchweige. Ich liebe Euch zu ſehr, lieber College Ihr könnt mir in einem gegebenen Augenblicke bei Sr. Majeſtät dem Könige Jacob II. zu nützlich ſeyn, als daß ich Euch zu gefährlichen Ideen verleiten ſollte. Laſſen wir dieſes vergebliche Hin⸗ und Herreden. Da kommt auch Mylord Jef⸗ freys wieder, der, wie es ſcheint, uns gute Nachrichten mitzu⸗ theilen hat, denn er ſieht ſehr heiter aus.