Teil eines Werkes 
[1. Bd.] (1859)
Entstehung
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meine Begnadigung zu holen. Geh lieber nach Taunton und hole meinen Beichtiger.«

»Ich werde ihn durch eine ſichere Perſon holen laſſen, meine Mutter,« rief Henry lebhaft bewegt,und wenn ſich kein materielles Hinderniß ſeiner Reiſe in den Weg ſtellt, ſo bin ich überzeugt, daß der Abbé Caetano in zwei Tagen bei Euch ſeyn wird. Was mich betrifft, liebe Mutter, ſo reiſe ich noch dieſen Augenblick nach London ab und wenn der König ſo gut iſt, wie Ihr ſagt, ſo werde ich noch vor Ablauf der Euch bewilligten Friſt mit eurer Begnadigung wieder hier ſeyn.«

Lady Lisle und Henry hielten ſich lange umarmt, dann rief die unglückliche Mutter, die Stimme erhebend:

»Du biſt ſehr gut gegen mich, mein Sohn. Möge Gott Dich ſegnen, wie ich Dich ſegne!«

Henry entriß ſich den Armen ſeiner Mutter und eilte aus dem Gefängniſſe hinaus. Einige Minuten ſpäter war er bei Suſannen, welche ihn mit Ungeduld erwartete. Sie woll⸗ ten mit einander nach London abreiſen und ſchon waren die Pferde an den Wagen angeſpannt, der ſie dahin bringen ſollte.

Die rührige Irländerin hatte dies alles beſorgt. Auch wäre Henry, der von ſo vielfachen widerſtreitenden Empfin⸗ dungen beſtürmt ward, dazu gar nicht fähig geweſen.

In Bezug auf die Scene, welche vor einigen Tagen in dem Hauſe zu Bridgewater ſtattgefunden, war es zwiſchen Lord Lisle und Suſannen noch zu keiner Erklärung gekom⸗ men. Die wenigen Augenblicke, welche ſie einander geſehen, ſeitdem die Hingebung Suſannens ſie bewogen, nach Win⸗ cheſter zu eilen, waren den Schritten gewidmet worden, welche nöthig waren, um die Friſt und die Erlaubniß zu erlangen,