76 in Taunton allein ſeine Hand zwiſchen Lucy und Percy Kirke hielt, nach Wincheſter kommen zu laſſen! Konnte Henry ſeiner Mutter verweigern, Alles aufzubieten, um den frommen Wunſch der Verurtheilten zu erfüllen? Hätte er ſich, wenn er dieſe Bitte zurückgewieſen oder die Erfüllung derſelben auch nur im mindeſten vernachläſſigt hätte, ſich nicht eines namenloſen Ver⸗ brechens ſchuldig gemacht? und hatte er dagegen andererſeits nicht das Recht, wenn auch nicht Sir Charles Murray und ſeiner Tochter das Aſyl zu verſchließen, welches er ihnen ver⸗ ſchafft, doch wenigſtens dieſem Aſyl das zu rauben, worin die größte Sicherheit desſelben beruhte, die Gegenwart des Abbé Caetano?«
Von dieſer Art waren die Gedanken, welche Henry’s Gemüth beſtürmten und beunruhigten, während ſeine Mutter ſprach.
Was er auch thun mochte, ſo ward er zum Verbrecher. Verhängnißvolle Alternative des Schmerzes und der Ver⸗ zweiflung, die durch eine Mutter, ohne daß ſie es wußte, ih⸗ rem Sohne geſtellt ward.
„Ich kann ihr nicht einmal ſagen,« dachte Henry,„daß Sir Charles und Miß Lucy bei dem Abbé Caetano ſind, denn ſie würde ſofort errathen, daß ich es bin, der ihnen dieſes Aſyl verſchafft hat, und ſie würde verzweifeln, wenn ſie er⸗ führe, daß meine Liebe zu dieſem Mädchen feuriger und uner⸗ meßlicher iſt als je.«
„Nun, mein Sohn, Du antworteſt mir nicht. Woher rührt das Zögern, welches ich Dich in dieſem Augenblicke ver⸗ rathen ſehe? Siehſt Du vielleicht einige Gefahr für den Abbé Caetano in dieſer Reiſe, die allerdings die Aufmerkſamkeit un⸗ ſerer Feinde auf ihn lenken kann?«
Henry ſtand im Begriffe dieſen ſo plauſibeln Vorwand,


