VIII.
Die Friſt.
Es war ungefähr zwei Uhr Nachmittags, als Henry in Wincheſter ankam. Mehrmals hatte er Luſt einen der Vor⸗ übergehenden zu fragen: Wo iſt jetzt Mylady Lisle?— Aber er wagte es nicht. Er fürchtete, daß ihn die Bewegtheit ſeiner Stimme und der Schrecken, den ihm die Antwort bereiten würde, zu einem Gegenſtand der Neugier und Aufmerkſamkeit machten.
Dennoch aber hatte er Eile, Alles zu erfahren, und be⸗ gab ſich daher in das Haus ſeiner Mutter. Die Eingangs⸗ thür war blos angelehnt. Er ſtieß ſie auf und trat in das Innere. Die Zimmer waren leer. Dieſe kalte Einſamkeit, die⸗ ſes düſtere Schweigen erfüllten die Seele des jungen Mannes mit jener ſchauerlichen Oede, mit welcher den bereits vater⸗ loſen Sohn der aus dem Hauſe herauskommende mütterliche Sarg erflll.
Henry wollte wieder hinauseilen, als er auf einmal eine ſchwache Stimme hörte, welche fragte:
„Wer iſt da?«
Er kehrte wieder um und trat in ein kleines Gemach, aus welchem er die Frage vernommen hatte.
Hier fand er eine alte kranke Magd, welche ihn in ſeiner Kindheit gewartet hatte.


