Teil eines Werkes 
[1. Bd.] (1859)
Entstehung
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zügelloſen Keckheit, dem wilden Haſſe, der verhaßten Liebe Percy Kirke's preisgeben? Oder ſollte er nach Taunton ge⸗ hen und in dieſem Falle Lady Lisle wehrlos der Macht des unverſöhnlichen Jeffreys überlaſſen, dieſes Jeffreys, welcher fürchtete ſein Brief verrieth das ausreichend den Sohn nicht der Hinrichtung der Mutter beiwohnen zu ſehen?

»Mein Gott!« rief er plötzlich in herzzerreißendem Tone, »mein Gott! hat wohl jemals ein Menſch ſich in einer ſo ent⸗ ſetzlichen Lage befunden? Welchen Entſchluß ich auch faſſen möge, ſo muß ich eines der beiden Weſen, welche mir auf der Welt die theuerſten ſind, meine Mutter oder Lucy, opfern. Ich muß wählen! Welches Verbrechen habe ich begangen, mein Gott, welche Miſſethat habe ich zu büßen, daß mir eine ſolche Wahl geſtellt wird? Doch, was ſpreche ich von Wahl? Nein, hier kann es keine Wahl zu treffen geben. Wenn mir Zögern erlaubt wäre, ſo hätte Gott nicht gewollt, daß eines ſeiner Geſchöpfe in eine ſolche Alternative verſetzt würde. Da ich mich zwiſchen meine arme alte geliebte Mutter und die Per⸗ ſon geſtellt ſehe, die meine Braut war, ſo darf ich nicht ein⸗ mal zögern! Ich habe keine Wahl! Die Stimme der Pflicht und die Stimme der Dankbarkeir, der kindlichen Liebe, rufen mir zu: Kind, rette deine Mutter! Verſuche wenigſtens ſie zu retten! Sie hat Dich unter ihrem Herzen getragen, ſie hat Dich an ihrer Bruſt genährt; ſie hat Dich, als Du noch klein und hilflos warſt, mit ihren Liebkoſungen überhäuft! Sie hat einen Mann von Ehre aus Dir gemacht. Du ſiehſt wohl, Du kannſt ſie nicht dem Scheiterhaufen preisgeben, welchen Jeffreys bereits entzündet, Jeffreys, der hölliſche Feind der ganzen Familie!«

Henry ſprach, ohne es zu wiſſen, dieſe Worte laut und weinend. Der alte William, welcher ebenfalls ſchluchzend ne⸗