130
nungen, aber ich fühle mich unwillkürlich von der Seite be⸗ droht, von welcher der Schlag kommt, der mich heute trifft. Ich werde mir's überlegen, ich werde mir's überlegen!“
Jeffreys' Geſicht verlor ſeinen Ausdruck von Angſt und gab plötzlich den heftigſten Haß zu erkennen.
„»Roſe wird mir zurückgeſchickt,« rief er,„und dennoch läßt dieſer ritterliche Percy, wie er ſich nennt, Henry Lisle am Leben!«
»Iſt es nicht klar, daß Henry Lisle und mit ihm zwan⸗ zig mächtige Beſchützer mir in die Arme fallen werden, ſobald ich Mylady Lisle habe feſtnehmen laſſen! Bei der Hölle, wenn es dem Sohne gelingt, mir die Mutter zu entreißen, dann, mein Freund Percy, mögt Ihr Euch nur zuſammennehmen der Ihr meine Lieblingspläne auf ſo verrätheriſche Weiſe durchkreuzt! Denken wir jedoch vor allen Dingen an's Noth⸗ wendigſte— und das Nothwendigſte iſt, den Vertrauten Roſe's kennen zu lernen und den, welcher dem Generalmajor Alles geſagt hat.«
Einige Minuten ſpäter, gegen ſechs Uhr Abends, hielt Jeffreys Wagen an dem Thor des Gefängniſſes von Newgate und der Oberrichter von Kingsbench ward ſofort ehrerbietig zu Roſe geführt.
Dieſer war auf Jeffreys Befehl vorläufig in einem ziem⸗ lich umfangreichen Gemach in Ketten gelegt worden, welches einen Theil von den Gebäuden bildete, welche auf den Folter⸗ hof gingen.
Dieſer Theil des alten Gefängniſſes war, wie wir bereits zu Anfange dieſer Erzählung geſagt haben, ſpeciell für Staats⸗ gefangene beſtimmt. Roſe, der von zwei Soldaten des Regi⸗ ments von Tanger aus der Grafſchaft Somerſet nach London
—,—


