Teil eines Werkes 
[2. Band] (1858)
Entstehung
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Jeffreys hörte auf zu ſprechen und fing an zu lächeln. Es war klar, daß dieſer Gedanke, einen Angeklagten zu kne⸗ beln, um ihn zu befragen, ihm bis zu einem gewiſſen Grade gefiel, dennoch aber verwarf er ihn ſofort wieder.

»Nein, nein, das wäre ein erbärmliches Mittel,« fuhr er fort.Man würde ſagen, Jeffreys ſcheue ſich, einem An⸗ geklagten mit Worten die Spitze zu bieten. Schlechte Witzma⸗ cher würden behaupten, ich nähme zu ſonderbaren Mitteln meine Zuflucht. Meine bis jetzt niedergeſchmetterten Feinde würden ſich wieder erheben und überall erzählen, daß ich der alleinigen Allmacht meiner Stimme, meines Blickes, meiner Geberden nicht mehr traue, daß ich nicht mehr an die untrüg⸗ lichen und vernichtenden Wirkungen meines Meduſenhauptes glaube. Sie würden behaupten, der König könne künftighin zwanzig Jeffreys ſchaffen, wenn er dem erſten beſten Juriſten einen Knebel in die Hand gebe. Und das wäre auch wahr und ich würde meinen Nimbus verlieren und«

Hier trat ein abermaliges Schweigen ein, während deſ⸗ ſen der Ausdruck von Verlegenheit auf Jeffreys; Geſicht ſich änderte. Zu jenem erſten Gefühl geſellte ſich jetzt eine Angſt, welche der Oberrichter vergebens zu überwinden ſuchte.

»Es iſt nicht genug, Mittel zu verwerfen,« fuhr er fort, »man muß auch andere haben ganz beſonders muß man ein gutes finden. Dieſer Roſe muß verſchwinden. Die Noth⸗ wendigkeit ſeines Todes kann keinen Augenblick lang zweifel⸗ haft ſeyn. Der Elende hat geplaudert, er würde wieder plau⸗ dern. Er muß alſo ſterben. Aber, beim Satan, gegen wen hat dieſer Roſe geplaudert? und wer hat Kirke von meinem Plane unterrichten können? Ha, das muß ich allerdings er⸗ fahren! Ich bin nicht abergläubiſch und gebe nichts auf Ah⸗

Der Tiger von Tanger. V. 9