Teil eines Werkes 
[2. Band] (1858)
Entstehung
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und krampfhaft an allen Gliedern zitternd ſtand Suſanne da und gewährte einen furchtbaren Anblick.

»Ja, ja,« murmelte ſie,es iſt genug Selbſtaufopferung und ich bin in der That zu gut dafür bezahlt! Wehe aber, wehe der erbarmungsloſen Seele! wehe dem ſteinernen Her⸗ zen, welches ſich nicht geſcheuet, mir auf dieſe unwürdige Weiſe zu begegnen! Ha, man läßt ſich nicht einmal herab, auf mich zu hören, wenn ich ſpreche oder das, was ich ſage, geht nur aus dem Munde einer Lügnerin hervor! Ich bin von Sinnen, weil ich mich nicht ſeiner Liebe für unwür⸗ dig gehalten ehe ehe, ich eine Verlorene ward welche die Luft vergiftet, die eine Andere athmet. Nein, es gibt nichts mehr, worin ich mit ihr verglichen werden könnte. Wartet, wartet, Mylord!«

Suſanne machte eine kurze Pauſe. Ein unverſöhnliches Lächeln umſpielte ihre Lippen.

» Und wenn ich ſie nun auch fallen ließe,« fuhr ſie fort, »wenn ich ſie Kirke in die Hände lieferte, dann, dann Ich möchte wohl wiſſen, ob er ihr auch ins Geſicht lachen würde, wenn ſie ihm von ihr angethaner unvermutheter Ge⸗ walt erzählen wollte.«.

Sie ſchwieg wieder, ſchien zwei oder drei Secunden lang nächzudenken und wendete ſich dann wieder zu Luch, die ſie mit ſeltſamem Mitleid betrachtete.

»Was denkt Ihr davon,« ſagte ſie zu ihr,»Ihr Engel an Reinheit?«

»Ach, wie Ihr leidet, meine gute Suſanne!« murmelte Murray's Tochter, deren Auge thränenfeucht wurde.

Suſanne heftete einen ſtarren Blick auf ſie und ſchien plötzlich gerührt zu werden.