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Der Herzog drückte ſeine Geliebte abermals ans Herz⸗ bezwang ſich dann mit gewaltiger Anſtrengung, um ſeinen gewohnten kaltblütigen Ton wieder annehmen zu können, und rief:»Herein.“
Sofort öffnete ſich die Thür und ein eigenthümliches Individuum trat in das Conferenzzimmer.
Das, was gleich von vornherein die Aufmerkſamkeit auf den neuen Ankömmling lenkte, war die außerordentliche Magerkeit ſeines Körpers und die unverhältnißmäßige Länge ſeines Wuchſes. Er glich. ſo zu ſagen, einer Schlange, die ſich auf wunderbare Weiſe aufrecht und im Gleichgewicht erhielt. Dieſer Vergleich drängte ſich dem Beobachter um ſo mehr auf, als der flache Kopf, die niedrige Stirn, der gelbe und gallſüchtige Teint, die kleinen durchbohrenden Augen und der magere Hals des Mannes eine auffallende Aehnlichkeit der Geſtaltung mit dem obern Theile einer Natter hatte.
Sein Geſicht war, wie wir bereits geſagt, gelb und gall⸗ ſüchtig, mit Puſteln bedeckt und verſchwand zum Theil unter einer ungeheuern Perrücke von fahler Farbe. Seine Schul⸗ tern waren abgerundet und ſein ringförmiger, ſchleppender, dem der Hyäne gleichender Schritt, näherte ihn unmerklich dem Ziele, welches er erreichen wollte.
Dieſer Mann war der Schotte Ferguſſon, der geheime Agent Jacobs II., jener Elende, den Dryden in ſeiner be⸗ rühmten Sathre unter den Zügen des Judas geſchil⸗ dert hat.
Er neigte ſich tief vor dem Herzog von Monmouth, rich⸗ tete einen demüthigen Gruß an die junge Lady Wentworth und ergriff das Wort, ohne zu warten, bis man ihn fragte.
„Gnädlgſter Herr,“« ſagte er,»alles iſt zur Ausſchiffung bereit und man erwartet blos die Befehle Ew. Hoheit.«⸗


