Teil eines Werkes 
[1. Band] (1858)
Entstehung
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Bruſt drückte,Henriette, verzeihe einen Augenblick der Schwäche, denn dieſe Schwäche hatte ihren Grund nur in einem Uebermaße von Liebe! Ja, Henriette, Du haſt Recht jetzt zurücktreten, hieße mich entehren, es hieße den nichts⸗ würdigen Verleumdungen, welche die Legitimität meiner Ge⸗ burt, die Heiligkeit meiner Liebe in Zweifel ziehen, einen Schein von Grund geben. Höre Du mich nun meinerſeits an, Freun⸗ din. Wenn Dir daran liegt, daß ich während des Kampfes königlich tapfer ſey, daß weder Täuſchung, noch Verrath, noch ſelbſt Niederlage eine Wolke auf meiner Stirn hervor⸗ rufen; wenn Dir daran liegt, daß ich auf der Höhe des Glü⸗ ckes wie des Unglücks bleibe daß mein Name, welches mein Schickſal auch ſeyn möge, für immer in der Geſchichte ſtrahle, dann, Henriette, mußt Du mir ein letztes Opfer bringen, das größte von allen« »Sprich, ſprich, Monmouth.« 1»Ich verlange, Henriette, daß Du von heute an auf⸗ hörſt, meine Gefahren zu theilen, dein Schickſal an das meine zu feſſeln! O weine nicht ſo ohne Zweifel habe ich mich nicht richtig ausgedrückt. Ich will nicht etwa, Henriette, daß Du am Tage meines Triumphes oder meiner Niederlage fern ſeyeſt von meinem Throne oder von meinem Schaffot nein! nein! ſondern blos daß Du während des Kampfes fern bleibſt. Wenn das Schickſal geſprochen hat, wenn man mich den Betrieger oder König Monmouth nennen wird, dann, aber erſt dann werde ich Dich wieder ſehen. Du wirſt mich lehren, wie man ſtirbt oder wie man herrſcht. Ich weiß wohl, Henriette, und ich ſage es nochmals, daß ich da ein unermeßliches Opfer von Dir verlange, aber bedenke die furcht⸗ bare Unruhe, welche mir deine Gegenwart inmitten der Ge⸗ fahr verurſachen würde! Unabläſſig mit der Sorge für deine 2

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