Teil eines Werkes 
[1. Band] (1858)
Entstehung
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Bei dieſen letzten Worten, welche Lady Wentworth auf beinahe unverſtändliche Weiſe ſprach, bedeckte eine lebhafte Röthe Monmouth's Stirn. Er wollte das Wort ergreifen, aber die junge Dame wehrte es ihm mit würdevoller Geberde.

»Seht, James,« fuhr ſie mit bezauberndem Lächeln fort,»jetzt ſchon ſteht Ihr im Begriffe, Euch bei mir gegen eine ſo abgeſchmackte und beleidigende Vorausſetzung zu ver⸗ theidigen, daß ſie nicht einmal euer Mitleid verdient. Wie würde es aber erſt ſeyn, wenn Ihr anſtatt der freundſchaft⸗ lichen und ergebenen Stimme, welche in eurer Gegenwart mehr denkt als ſpricht, jene gewaltige Stimme des Volkes hörtet, deſſen Brüllen ein Königreich erfüllt! Mein Geliebter, Ihr ſeyd von menſchlichen Leidenſchaften, von irdiſchen In⸗ tereſſen nicht ſo frei, als Ihr zu ſeyn glaubt. Es liegt in Euch zu viel Edelſinn, zu viel Feuer zu viel Tugend, als daß euer Herz für einen ſchönen Ehrgeiz unempfindlich bleiben könnte. Noch ein letztes Wort, James. Ich wäre außer mir, wenn Ihr glaubtet, daß die Lauheit eurer Liebe mir allein die Kraft gäbe, eine ſolche Sprache gegen Euch zu führen. Ha! Ihr werdet niemals den Muth erfahren, den ich in die⸗ ſem Augenblicke aufbieten muß, um mich nicht für eure Ideen zu erklären, um nicht vor Euch auf die Knie niederzuſinken und zu ſtammeln:»James, unſere Liebe bietet uns Erſatz für Alles kommt, laßt uns fliehen verlaſſen wir die Welt auf immer genießen wir in Frieden, ohne uns der Ver⸗ gangenheit zu erinnern, ohne an die Zukunft zu denken, das Glück, welches der Himmel uns gewährt.«

Henriette!« rief Monmouth, indem er den ſchlanken, zuckenden Körper ſeiner edlen Geliehen mit Entzücken an ſeine

*. Mitteln entblößt, daß er nt dieſer Dame hat ein Ver⸗ hältniß anknüpfen müſſen, aur leben zu können.« . 7

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