Teil eines Werkes 
[1. Band] (1858)
Entstehung
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ges. Ein General wird nicht für einen Feigling erklärt, weil er einen Contremarſch macht, anſtatt ſich tollkühn dem Feinde entgegenzuſtürzen. Wenn wir jetzt nach Holland zurückſegeln, ſo geben wir nicht ein Schlachtfeld auf wir fliehen nicht vor einer Armee. Die Mitwirkung, auf welche wir rechne⸗ ten und die für das Gelingen unſerer Schilderhebung unum⸗ gänglich nöthig war, iſt ausgeblieben und wir verſchieben da⸗ her die Ausführung unſeres Planes auf eine ſpätere Zeit. Das iſt Alles. Niemand wird meine Handlungsweiſe tadeln.

So wie Monmouth ſprach, bedeckte immer größere Bläſſe Henriettens Wangen. Ihr ſtürmiſch wogender Buſen, ihr gepreßter Athem, der Ausdruck von ängſtlicher Spannung, der auf ihrem reizenden Antlitz lag, alles dies verrieth deutlich die Gemüthsbewegung, deren Beute ſie war.

»O, mein geliebter Herzog,« hob ſie nach kurzem Schweigen an,»eure Unſchlüſſigkeit entzückt mich und ſoltert gleichzeitig mein Herz. Wenn Ihr, der Ihr Ruhm und Kampf ſo hoch ſtellt, der Hoffnung auf einen Thron entſaget und bei der Ausſicht auf einen Sieg kalt und gleichgiltig bleibt, dann müßt Ihr mich in der That lieben, wie noch nie ein Mann auf Erden geliebt hat!«

»Aber das iſt wenigſtens möchte ich es nicht glau⸗ ben doch nichts Neues für Euch«

»Nein, nein, James ich glaube an die Unermeß⸗ lichkeit eurer Liebe. Aber mit Verzweiflung erfüllt mich der Gedanke, daß dieſe Liebe eure Seele weich macht anſtatt ſie zu erheben unterbrecht mich nicht, lieber Herzog, denn ich weiß nicht, ob ich ſpäter die Kraft haben werde, das zu ſa⸗ gen, was ich hinzufügen will. James, die grenzenloſe An⸗ hänglichkeit, welche ich für Euch empfinde, iſt nicht ein ge⸗ meines Gefühl ſie verblendet mich nicht in Bezug auf eure