5
Dingen in das Gemach treten, welches auf dergleichen Schif⸗ fen den techniſchen Namen des Conferenzzimmers führt.
Dieſes Gemach, welches auf den meiſten Kriegsſchiffen ſehr ſchmucklos und einfach iſt, bietet am Bord des„Helde⸗ renbergh« einen ungewohnten Luxus dar.
Koſtbare Tapeten bedecken die Nacktheit der Bretwände, feine Baſtmatten liegen auf dem Fußboden; Möbels von faſt weibiſcher Eleganz vervollſtändigen die Geſammtheit des Gemäldes— man ſollte meinen, das Boudoir einer reichen coketten Prinzeſſin zu ſehen.
In dieſem Gemach oder Salon befinden ſich zwei Per⸗ ſonen— eine junge Dame und ein junger Mann. Dieſe bei⸗ den Leute bilden ein reizendes und ungemein gut zuſammen⸗ paſſendes Paar. An beiden gewahrt man dieſelbe anmuthige Haltung, dieſelbe Schönheit des Geſichts, dieſelbe Lebhaftigkeit des Blickes.
Ein ſcharfſinniger Beobachter würde überdies in den Augen der jungen Dame einen Abglanz jener göttlichen Flamme wahrgenommen haben, welche ein auserleſenes Ge⸗ müth verräth.
Der junge Mann, welcher ſchon ſein dreißigſtes Jahr zurückgelegt hatte hieß der Herzog von Monmouth— ſeine Gefährtin, welche kaum zwanzig Jahre zählte, war die Baro⸗ nin von Nettelſtedt, Henriette Wentworth, eine der reichſten und edelſten Erbinnen, welche das vereinigte Königreich zählte.
„Wohlan, mein lieber James,“ ſagte Henriette, indem ſie ihre Worte mit ſanftem Lächeln begleitete,„Ihr habt euern Rubicon überſchritten, nun müßt Ihr Euch zum Cäſar ausrufen laſſen.«
„Meine angebetete Henriette,« antwortete der Herzog, indem er die junge Dame mit dem Ausdruckunausſprechlicher


