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ſo ſelten durch große Ereigniſſe in Bewegung geſetzt ward, eine lange Erinnerung an die bewahrte, welche, durch weite Zwiſchenräume getrennt, in ihren Mauern geſchehen waren.
Der zufällige Beſuch, den die Bewohner von Lyme von dem Herzog von Monmouth— es war dies nun ſchon einige Jahre her— bei ſeiner Rückkehr von dem Continent nach England erhalten, diente noch im Jahre 1685 während der Winternächte zum Thema der Unterhaltung.
Die an die rauhe Zuneigung ihrer rauhen Männer ge⸗ wöhnten Frauen ſprachen mit unbegrenzter und ſtets unver⸗ minderter Bewunderung von der Leutſeligkeit, den bezaubern⸗ den Manieren und der anbetungswürdigen Eleganz des Soh⸗ nes Carls des Zweiten und der ſchönen Luchy Walters. Was die Männer betraf, ſo erinnerten ſie ſich, daß der junge Her⸗ zog trotz ſeines ein wenig weibiſchen Aeußern, trotz ſeiner klei⸗ nen weißen Hände, trotz ſeines ſchlanken, geſchmeidigen Wuch⸗ ſes ſie, ſo herkuliſch ſie auch zu ſeyn ſchienen, beim Wettlauf und im Ringen überwunden hatte; deshalb hielten ſie ihn auch in ganz beſonderer Achtung.
Am 11. Juni 1685 bot der kleine Hafen Lyme einen ungewohnten Anblick dar. Obſchon ſeit länger als einer Stunde der Tag angebrochen war, ſo ſprachen doch die auf dem ſogenannten Cob, einem plumpen von rohem Stein und ohne Mörtel zur Zeit der Plantagenets erbaueten Hafen⸗ damme, verſammelten Fiſcher unter einander ſehr lebhaft und ſchienen keineswegs ſich anzuſchicken, in See zu ſtechen.
Und dennoch waren ihre Boote in vollkommen ſegelfer⸗ tigem Zuſtande, die Sonne ging ſtrahlend am Horizonte auf und Alles verkündete einen ſchönen, der Arbeit günſtigen Tag.
Dieſe Unthätigkeit der Fiſcher ließ ſich nur durch die Vorausſetzung erklären daß ihr Gemüth außerordentlich auf⸗
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