Teil eines Werkes 
[1. Band] (1858)
Entstehung
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I.

Der Uebergang über den Rubicon.

Der kleine Hafen Lyme war im Jahre 1685 unſtreitig eine der elendeſten Städte Englands. An einer wilden, rauhen, fortwährend von den wüthenden Wogen gepeitſchten Küſte er⸗ baut, zählte dieſe Stadt, die eher den Namen eines bloßen Marktfleckens verdient hätte, nicht über zweitauſend Einwohner.

Jeder Induſtrie fremd und jedes gewinnbringenden Ab⸗ ſatzweges beraubt, lebten dieſe Einwohner blos von dem Er⸗ trage des Fiſchfanges. Rauhe Seeleute mit einer wild that⸗ kräftigen Seele in unſcheinbarer Hülle, hatten ſie kaum Kennt⸗ niß von den ernſten Ereigniſſen, welche von Zeit zu Zeit das vereinigte Königreich erſchütterten, und lebten, ſo zu ſagen, außerhalb der Civiliſation. Für die Küſtenfahrer war Lyme die ganze Welt, für Matroſen, welche Reiſen nach andern Welttheilen machten, war ſie das Neſt, wo ihre Jugend ver⸗ floſſen war, der Leuchtthurm, auf den während ihrer mühe⸗ vollen und abenteuerlichen Laufbahn ihr träumeriſcher wehmü⸗ thiger Blick ſich heftete; das Aſyl, in welches ſie, nachdem ſie einige Erſparniſſe vor ſich gebracht, zurückkehrten, um hier ein chriſtliches und von ihren Freunden geachtetes Grab zu ſinden.

Man darf ſich nicht wundern, daß eine Bevölkerung, die

Der Tiger von Tanger. IV. 1