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»Sey unbeſorgt, Bruder,« unterbrach ihn Suſanne, „ſo lange unſer James nicht gerächt iſt, ſo lange Du nicht deine Feſſeln gebrochen haſt, werde ich unbeugſam, unver⸗ ſöhnlich ſeyn.⸗
»Ach, Suſanne, leider iſt die frühzeitige Erfahrung, welche Du dem Unglücke verdankeſt, noch nicht vollſtändig. Du wirſt, wie ich überzeugt bin, ſtets ſtark und tapfer gegen Geſinnungen ſeyn, welche Dich mit Recht auf Verderbtheit und Bosheit ſchließen laſſen. Daran zweifle ich durchaus nicht. Wer aber verſichert mir, daß unter dieſen Mächtigen der Erde, von welchen Du mit ſo ſtolzer Verachtung ſprichſt nicht auch ein guter, edelmüthiger, zartfühlender und recht⸗ ſchaffener Mann ſeyn kann, welcher den Weg zu deinem Herzen finden wird? Das Unglück macht mich nicht unge⸗ recht— ich erkenne an, daß dieſe Ausnahmen exiſtiren.«
Suſanne erröthete und ein anbetungswürdiger Ausdruck von züchtiger Scham ſpiegelte ſich auf ihrem Geſichte.
»Fitzgerald,“ ſagte ſie mit bewegter Stimme,„wenn eine der Ausnahmen, welche Du ſo eben erwähnt, mir in den Weg käme, ſo würde ſie mich keiner Gefahr ausſetzen, denn dieſer gute, edelmüthige und rechtſchaffene Mann würde ganz gewiß nicht daran denken, die Achtung zu mißbrauchen, welche ich für ihn empfinde.«
Das junge Mädchen ſchwieg, dann und ohne daß ſie ihren Bruder anzuſehen wagte, fragte ſie:
»Haſt Du niemals von Lord Lisle ſprechen hören?«
Dieſe Frage brachte auf Fitzgerald eine furchtbare Wir⸗ kung hervor. Todtenbläſſe bedeckte ſeine Wangen, krampfhaf⸗ tes Zittern ſchüttelte ſeinen Körper und er glaubte gleichſam eine Stimme aus dem Grabe zu hören.
Die Gemüthsbewegung des Unglücklichen war ſo außer⸗


