Teil eines Werkes 
2Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 2. Th. (1858)
Entstehung
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Fitzgerald ſendete, nachdem er dieſe Antwort gegeben, einen flehenden Blick gegen Himmel und fuhr dann mit gebro⸗ chener Stimme, ſo daß ſeine Schweſter, welche ſich ganz ihrem Schmerze hingab, ihn nicht hörte, fort:

»O, mein Gott, ſchenke mir den Troſt der Thränen!«

Ein abermaliges Schweigen, welches länger dauerte als das erſte, herrſchte in dem Zimmer der ſchönen Irländerin. Diesmal war es Fitzgerald, welcher wieder das Wort ergriff.

»Suſanne, ſagte er, indem er ſeine Schweſter auf ſeine Knie niederzog,»Muth gefaßt! Wir haben nicht eher ein Recht, unſern unglücklichen Bruder zu beweinen, als nachdem wir ihn gerächt haben. Trockne deine Thränen und beant⸗ worte meine Fragen hörſt Du mich, Suſanne?«

»Ob ich Dich höre!« rief ſie laut,ja wohl höre ich Dich, Fitzgerald! Das Wort Rache hallt in meinem Herzen und hat mir eine Kraft offenbart, welche ich nicht kannte, welche ich noch nie in mir ahnte! Verſchweige mir keinen Um⸗ ſtand, fürchte nicht meine Empfindſamkeit zu heftigzuerregen! Ich bin kein Weib mehr, Fitzgerald! Ich bin eine verwun⸗ dete Löwin, welche ſich brüllend aufrichtet und ihrem erwürgten Kinde ein blutiges Leichenbegängniß bereitet! Nenne mir den Namen des Mörders, mein Bruder; nenne mir den Namen des Mörders!«

»Haſt Du Vertrauen zu mir, Suſanne?« fragte Fitz⸗ gerald, ohne dieſe Frage zu beantworten.Willſt Du meiner Klugheit und meinem Muth vertrauen?

»Du biſt meine einzige Stütze auf Erden, Bruder. Was Du ſagſt, iſt gut geſagt was Du thuſt, iſt wohl gethan.

»Ich danke Dir, Suſanne, ich danke Dir. Ich verhehle Dir nicht, daß ich im Begriff ſtehe, deine Unterwerfung auf eine harte Probe zu ſtellen. Ich verlange nemlich, daß Du