Teil eines Werkes 
2Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 2. Th. (1858)
Entstehung
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ſtieg ſie in zwei Sprüngen und langte vor einer Thüre an, an welcher der Schlüſſel außen im Schloſſe ſtak. Ein Mur⸗ meln bewog ihn ſtehen zu bleiben, er horchte einen Augenblick lang, dann aber drehte er, ſich ſchämend oder auch vor Un⸗ geduld, raſch den Schlüſſel im Schloſſe um und trat ein.

Es war ein cokett möblirtes Zimmer, in welches der Irländer trat. Die erſte Perſon, welche ihm in die Augen fiel, war Suſanne welche halb in einen umfangreichen Seſſel zurückgelehnt, mit einem reizenden kleinen Schooßhündchen ſpielte, welches auf ihren Knien lag. Zu den Füßen der ſchö⸗ nen Irländerin ſaß Chiffinch auf einem Kiſſen. Der erſte Page Sr. Majeſtät ſah ernſt und wehmüthig aus; Suſanne dage⸗ gen lachte.

Fitzgerald's Anblick äußerte auf die Perſonen dieſer

häuslichen Scene einen ſehr verſchiedenen Eindruck. Chiffinch ließ einen halb erſtickten Ausruf des Zornes hören und ſprang auf wie von einer Feder in die Höhe geſchnellt. Suſanne da⸗ gegen ſtieß einen Freudenruf aus und warf ſich in die Arme ihres Bruders.

»Endlich,« ſagte ſie, indem ſie Fitzgerald's Geſicht mit Thränen und Küſſen bedeckte, vendlich biſt Du wieder da! Ach wenn Du wüßteſt, mein armer Freund, welche Qualen mir deine Abweſenheit bereitet hat! Bange Ahnungen marterten mich Tag und Nacht; ich glaubte Dich für mich auf immer verloren. Gott ſey gelobt! Da biſt Du wieder ja, Du biſt es wirklich! O, nun verlaſſe ich Dich nicht mehr. Du wirſt immer bei mir bleiben, nicht wahr? Mein Gott, wie glücklich bin ich! Aber was fehlt Dir denn? hob Suſanne nach kur⸗ zem Schweigen wieder an;Du flößeſt mir Furcht ein. Es iſt als ob dein Blick den meinigen ſuchte und doch auch zugleich flöhe, als ob Du mich umarmen wollteſt und zugleich vor mir