n
153
des ganzen Königreiches und daß ſein anſcheinendes gutes Glück eine Strafe des Himmels iſt. Seit einiger Zeit iſt er nicht mehr zu erkennen. Da neulich hatte er rothe Augen wie ein Menſch, welcher geweint hat, und ſeine Unruhe war ſo groß, daß er zu Fuße fortging, ohne daran zu denken, daß wir hier mit ſeiner Sänfte auf ihn warteten. Denkt Euch nur Chif⸗ finch, der zu den Füßen eines Weibes ſeufzt und weint! Es iſt wirklich, wie ich Euch ſage, zum Kranklachen!«
So wie der Sänftenträger ſprach, ging in Fitzgerald's Zügen eine außerordentliche Veränderung vor. Seine Augen, die vorher von einem unheimlichen Glanze funkelten, leuchteten jetzt von einem unausſprechlichen Ausdruck der Freude. Seine durch den Schmerz zuſammengezogenen Muskeln dehnten ſich wieder aus und ſein Geſicht ward durch ein Lächeln verklärt, welches an Extaſe zu grenzen ſchien.
»Dank, Dank, meine Freunde!“ rief er, alle Klugheit vergeſſend.»Da, hier habt Ihr noch etwas— nehmt! nehmt!«
Der Irländer leerte den Inhalt ſeiner Börſe in die Hände der verblüfften Träger, dann eilte er freudetrunken auf das Haus zu, pochte dreiſt an und murmelte bei ſich ſelbſt:
»Nein, nein; Suſanne kann nicht ſtrafbar ſeyn. Und dennoch, wenn ich mich täuſchen ſollte, dann wäre dieſer Streich für mich ein tödtlicher. Doch gleichviel— Ungewiß⸗ heit iſt mir nicht mehr möglich— es wäre jaum den Verſtand zu verlieren. Ich will die Wahrheit wiſſen und werde ſie wiſſen!«
Kaum hatte Fitzgerald dieſe Worte vor ſich hingemur⸗ melt, als eine Magd ihm zu öffnen kam. Ohne weiter zu fra⸗ gen eilte er in die Hausflur hinein, ſtieß auf eine Treppe, er⸗


