unn
11
Er theilte mir mit, daß man geſtern Abend zwei fremde Rei⸗ ſende von verdächtigem Ausſehen ſich hat um eure Wohnung herumtreiben ſehen. Herr Müller läßt ſie heute Morgens ver⸗ gebens ſuchen. Ich beſchwöre Euch daher, Mylord, entfernet mich in dieſem Augenblicke nicht von eurer Perſon.⸗
Williams Mittheilung ſchien auf den Verbannten keinen Eindruck zu machen, und ein beinahe unbemerkliches, verächt⸗ liches Lächeln umſpielte ſeine Lippen.
»Ich werde ſchon morgen zu dieſem vortrefflichen Herrn Müller gehen, um ihm für die Sorge zu danken die er für meine Sicherheit trägt,« ſagte er mit vollkommen ruhiger Stimme.„»Mittlerweile, William, mach Dich auf den Weg. und ſey unbeſorgt.«
»Entſchuldigt mich, Mylord, wenn ich auf meiner Bitte beharre. Eine Ahnung ſagt mir, daß Ihr am Vorabend eines ſchweren Unheils ſtehet!«
»Ich glaube nicht an Ahnungen, William. Dieſes Wort iſt ein Erzeugniß des menſchlichen Stolzes; wir haben es blos erfunden, um unſere Schwächen zu verbergen. Was könnte ich übrigens fürchten? Niemand mit Ausnahme des Bürgermei⸗ ſters Müller kennt mich in der hieſigen Gegend unter meinem wahren Namen. Für alle Anderen bin ich Mr. Burton, ein alter gelehrter Engländer, der ſehr zurückgezogen lebt, ſich mit irdiſchen Dingen in keiner Weiſe beſchäftigt, Niemanden etwas zu Leide thut und als echter Philoſoph ruhig erwartet, daß der Tod endlich ſeiner langen Laufbahn ein Ende machen werde. Was kann ich alſo fürchten? Habgierige Miſſethäter? Jeder kennt die Mittelmäßigkeit meines Vermögens.«
»Aber, Mylord,“ rief William ſeinen Herrn unterbre⸗ chend,„habt Ihr nicht gehört, daß mehre eurer vormaligen Parlamentscollegen in der letztvergangenen Zeit in ihrem Exil


