Teil eines Werkes 
2Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 2. Th. (1858)
Entstehung
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ermordet worden ſind, ohne daß man ihre Mörder zu entde⸗ cken vermocht hätte? Und dennoch waren ſie ebenfalls auf ihrer Hut geweſen und hatten überdies nicht, wie Ihr in einer in ganz Europa bekannt gewordenen Flugſchrift gethan, die ſchändliche Handlungsweiſe des Oberrichters der King's Bench öffentlich gebrandmarkt. Man behauptet, Mylord, daß Jeffreys, dieſer Tiger in Menſchengeſtalt, wie Ihr ſelbſt ihn nennet, eine Beleidigung niemals vergißt oder verzeiht. Zum zweiten Male, mein Gebieter, beſchwöre ich Euch auf meinen Knien; ſo lange man die beiden verdächtigen Fremden, welche ſich geſtern in der Nähe eures Hauſes umhergeſchlichen haben, nicht entdeckt und befragt hat, geſtattet mir, daß ich eure Sicherheit überwache und Euch ſo zu ſagen gleich eurem Schatten zur Seite ſtehe.« 5

»Weißt Du wohl, William.« antwortete Lord Lisle, allmälig ungeduldig werdend,»daß ich, wenn Du dabei be⸗ harren ſollteſt, meinen Wunſch nicht zu erfüllen, endlich wider meinen Willen zweifeln müßte, ob deiner Hartnäckigkeit nicht eben ſo viel Trägheit als Beſorgniß für mein Leben zu Grunde liegt?«

Bei dieſem indirecten Vorwurf ward der arme alte Diener ſchnell nacheinander mehrmals roth und blaß, dann verneigte er ſich vor ſeinem Heren und entfernte ſich ohne zu antworten.

Noch waren nicht drei Minuten vergangen, ſo erſchien William mit großen Stiefeln angethan, den Kopf mit einem breitkrämpigen Hut bedeckt und mit einem langen dicken Stock in der Hand wieder vor ſeinem Herrn.

»Mylord,« ſagte er,ich erwarte eure Befehle. Nur erlaubt mir, Euch zu bitten, während meiner Abweſenheit Niemanden zu öffnen. Euer Haus liegt ſo einſam und ſo ent⸗