Teil eines Werkes 
2Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 2. Th. (1858)
Entstehung
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zu rühren, auf welchem er dem Befehle ſeines Herrn zu Folge Platz genommen,ich weiß nicht, wie ich Euch für die Be⸗ weiſe von Güte danken ſoll mit welchen Ihr mich überhäuft. Obſchon ich die Wichtigkeit vollkommen begreife, welche Ihr darauf legt, daß eure Briefe nicht lange auf der Poſt liegen bleiben, ſo werde ich Euch nichtsdeſtoweniger gehorſamſt um die Erlaubniß bitten, mich heute Abend nicht nach Lauſanne begeben zu dürfen.

Bei dieſer Antwort betrachtete Lord Lisle ſeinen Diener mit einem Erſtaunen welches an Verblüfftheit grenzte. Es war dies in der That ſeit vierzig Jahren das erſte Mal, daß der treue Diener einem Befehle ſeines Herrn Widerſpruch entgegen⸗ ſetzte.

Dennoch aber die unabänderliche, unzweifelhafte Treue und die vorgerückten Jahre Williams in Erwägung ziehend, ſagte er in ganz ſanftem Tone zu ihm:

»Kannſt Du Dich vor Regen, Schnee und Wind fürch⸗ ten, alter Freund, wenn es ſich vielleicht um das Schickſal Englands handelt?«

»O, Mylord,« rief William mit bewegter Stimme, viſt es möglich, daß ein ſolcher Gedanke Euch in den Sinn komme! Ich ſollte ein wenig Mühe und Anſtrengung fürch⸗ ten, wenn es gilt, Euch nützlich zu ſeyn, Euch zu gehorchen? Ihr ſolltet doch längſt wiſſen, Mylord, daß ich auf einen einfachen Wink von Euch bereit bin, mein Leben aufs Spiel zu ſetzen und zu opfern.«

»Nun, was hält Dich dann aber ab, William, ſofort nach Lauſanne zu gehen, wie ich Dich gebeten habe?«

Der alte Diener zögerte einen Augenblick und ſchien dann den Widerwillen zu überwinden, welchen die Beantwortung dieſer Frage in ihm erweckte.