Teil eines Werkes 
2Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 2. Th. (1858)
Entstehung
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die ſchmachvolle Unterſtützung Ludwigs XIV. zu betteln. Bald werden wir unſern Rang in der großen Familie der Natio⸗ nen wieder einnehmen, bald wird unſere durch den Verrath und die Feigheit der Stuarts geſchändete und in den Staub getretene Fahne in demſelben Glanze ſtrahlen wie in den ſchö⸗ nen Tagen des Protectorats Cromwell' s.

»Ich bitte Euch, Mylord, redet aus! Wer ſoll der Ret⸗ ter Englands ſeyn?«

»Ich habe Alles geſagt, was mir zu ſagen möglich war, entgegnete der Verbannte.Trotz des unbegrenzten Vertrauens, welches ich zu Dir habe, mein guter William, i*ſt es mir doch nicht geſtattet, dieſe vertrauliche Mittheilung vollſtändig zu machen. Uebrigens erwarte ich jeden Augenblick Briefe von großer Wichligkeit. Ich wundere mich ſogar, daß ſie noch nicht eingetroffen ſind. Ich zittere bei dem Gedanken, daß einer davon in unrechte Hände gekommen ſeyn könnte. Mein guter William, Du mußt durchaus heute noch einmal nach Lauſanne zurückkehren und Dich nochmals überzeugen, daß kein Brief, der an meine Adreſſe lautet, auf der Poſt liegt. Fühlſt Du Dich noch kräftig genug, um dieſen Weg zu machen? Wenn ich nicht ſeit heute Morgen ſo ſehr an meinen alten Wunden litte, ſo würde ich Dir gern dieſe Anſtrengung erſparen.«

Lord Lisle ſprach noch, als ein furchtbarer Windſtoß das ganze Haus erſchütterte, während zugleich praſſelnder Regen an die Fenſter ſchlug.

»Ha,« fuhr der Lord fort,»welch ein fürchterliches Wetter! Doch gleichviel, mein armer William, Muth! Nimm einen guten Mantel um und mache Dich ſo ſchnell als mög⸗ lich auf den Weg.«

»Mylord,« ſagte der Diener, ohne ſich von dem Seſſel