richtete Lord Henry Lisle haſtige und anſcheinend unzuſam⸗ menhängende Fragen an Suſannen. Die ſchöne Irländerin hatte ſich geweigert, ſich zu ſetzen. Vor Bewegung zitternd, aber ruhig durch Willenskraft blieb ſie in beſcheidener, furcht⸗ ſamer und ehrerbietiger Haltung vor dem jungen Manne ſte⸗ hen, gleich einer Bittenden, welche Verzeihung für ein Ver⸗ brechen erflehet. Wie wenig Aehnlichkeit hatte ſie in dieſem Augenblicke mit der Suſanne von Montaguſtreet, die durch Henry's Beſuch ſo hoch erfreut, ſo wonnetrunken gemacht ward..
„Ihr kommet, um meinen Schmerz zu theilen,« ſagte Lord Lisle, als er ſie eintreten ſah.»Das iſt ſchön von Euch, Suſanne.«
„»Ich komme nicht, um euren Schmerz zu theilen, My⸗ lord— wenn ich hier weiter nichts zu thun hätte, ſo wäre ich nicht gekommen, denn,« fuhr ſie die Stimme ſenkend fort, „wo wäre mein Recht, mit Euch zu weinen? Nein, Wylord, ich komme, um eurem Schmerz ein Ende zu machen, ich komme, um Euch eine große Freude zu bringen.«
„Die Freudeiſt auf immer von mir gewichen, Suſanne.⸗
„»Das ſaget nicht, Mylord! Gott hat Euch nicht ver⸗ laſſen, denn er hat erlaubt, er hat gewollt, daß Miß Lucy’s Vermälung mit dem Generalmajor Kirke rückgängig gewor⸗ den iſt.«
„»Suſanne! Suſanne! was ſagt Ihr da?s rief Henry, indem er auf ſie zueilte und ſie bei den Händen ergriff;„o redet, redet doch!«
„Ich ſage Euch, dieſe Vermälung iſt rückgängig ge⸗ worden und wird nicht ſtattfinden— ſie kann nicht mehr ſtattfinden.⸗


