Teil eines Werkes 
3Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 3. Th. (1858)
Entstehung
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Henry, gehen wirl! Gott wird Dich ſegnen. Er ſegnet ſtets die Kinder, die ein gutes Herz haben. Komm mit deiner alten Mutter, welche Dich wenigſtens an ihrer Seite ſehen wird, wenn Du in ihrer letzten Stunde im Begriff ſtehſt ihr das Auge zuzudrücken, welches Dich auf dieſer Erde nicht mehr ſehen ſoll.«

Während Lady Lisle dieſe Worte mit bewegter Stimme murmelte, zog ſie Henry, der ihr nur noch ſchwachen Wider⸗ ſtand entgegenſetzte, nach der Thür.

Sir Charles Murray ſah ein, daß es Zeit war ſich in's

Mittel zu ſchlagen. Erfaßte raſch die auf dem Fußboden liegende Klinge in der Mitte und hielt den Griff zwiſchen Lady Lisle und Henry..

»Mylady,“ rief er,„»zwiſchen Euch und eurem Sohne erheben ſich entrüſtet zehn Generationen von Männern ohne Furcht und Tadel!«

Die ſiegreiche Mutter, welche ſich ſchon über ihren Triumph freute, kehrte ſich gegen den alten Puritaner, wie eine unklug angegriffene Löwin.

„»Was ſagt Ihr? Was thut Ihr? Was iſt's mit dieſem Degen?« rief ſie.»Ja, ich erkenne ihn! Aber was frage ich darnach? Wißt Ihr nicht, daß die Mutter, welche ihre bitten⸗ den Hände nach ihrem Sohne ausſtreckt, tauſendmal mächtiger iſt, als die ſtummen Schatten der Ahnen?«

„Stumm, ſagt Ihr? Fragt die Geſchichte! Fragt euern

Sohn, der ſo eben noch dieſen Degen in der Hand hielt und

alle dieſe Namen las— Henry, hier iſt dein Degen, komm!« Der junge Mann ſchwankte, denn er war die Beute un⸗ ausſprechlicher Gemüthsbewegung.

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