Teil eines Werkes 
3Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 3. Th. (1858)
Entstehung
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bewogen haben, ſo zu handeln! Ich ſehe nur die That an und für ſich und erkläre ſie für eine haſſenswerthe.“

Sir Charles Murray, welcher bis dieſen Augenblick ein hartnäckiges Schweigen beobachtet und ſich bemüht hatte alle Bewegungen Henry's mit wachſamen Augen zu verfolgen, blieb bei dieſer letzten und heftigen Anrede eben ſo ſtumm und bewegungslos.

Lady Lisle wendete ihm den Rücken, näherte ſich ihrem Sohne und ergriff ſeine Hand.

„»Wohlan, Henry,“ ſagte ſie in wehmüthig ſanftem Tone zu ihm,„biſt Du noch immer entſchloſſen fortzugehen und mich der Rache eines mit Recht erzürnten Königs preiszugeben? Kannſt Du Dich mit dem Gedanken befreunden, Dich in einem fremden Lande in Sicherheit zu wiſſen, während deine Mutter hier mitten unter den Gefahren zurückbleibt, welche Du für ſie zu fürchten ſcheinſt? Dieſe Gefahren kennſt Du beſſer als ich. Sie ſcheinen ſo groß zu ſeyn, daß Du gar nicht wagſt, ſie mir zu offenbaren. Wenn Du davon ſprichſt, bedienſt Du Dich bloßer Andeutungen.“

„Ja, ſie ſind in der That groß,« murmelte Lord Lisle.

»Nun und wirſt Du mich ihnen überlaſſen, Henry?«

„»O meine Mutter, warum weigert Ihr Euch, mit mir abzureiſen?«

„Ich habe es Dir ſchon geſagt, mein Sohn— ich bin alt. Laß mich hier ſterben. Laß mich hier vollends ſterben und bleibe bei mir. Willſt du das thun? Ja, Du willſt es. Ich wußte wohl, mein Sohn. daß dieſer grauſame Gedanke, mich zu ver⸗ laſſen, nicht in Dir entſtanden war, daß er Dir eingeflüſtert worden. Gib mir deinen Arm, mein Sohn. Wie ſtolz bin ich eine ſolche Stütze in meinem Alter zu haben! Gehen wir,

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