„»Lucy, meine Verlobte, die nun bald mein Weib werden ſoll, ich hätte Euch alſo beinahe verloren! O was wäre ohne Euch aus mir geworden!« rief Henry, indem er Lucy mit zärt⸗ lichem Blick betrachtete.
Dann wendete er ſich zu Sir Charles Murray und faßte mit kindlicher Liebe ſeine Hand.
„Aber, mein Gott, war ich denn blind,“« rief er,„daß ich nicht die Schande ſah, welche ich auf mich und auf meinen Namen häufte? Seyd geſegnet, o Ihr, der Ihr mir die Augen geöffnet, der Ihr mich bei der Hand an die Stelle geführt habt, auf welcher früher mein Vater geſtanden.“
Lord Lisle ſchwieg einige Augenblicke. Eine leichte Wolke der Wehmuth flog über ſeine Stirn.
„Dieſen Platz an eurer Seite werde ich jedoch nicht ein⸗ nehmen, Sir Charles. Es iſt genug, daß ich das Lager verlaſſe, in welchem ich diente. Ich werde nicht in ein anderes überge⸗ hen. Nein, nein, ich kann es nicht thun und ich werde es nicht thun. Mein Weib und meine Mutter in ein fremdes Land führen, dies iſt die dringendſte Pflicht, die ich zu erfüllen habe. Wenn Ihr in dem Kampfe, welcher beginnen wird, trium⸗ phirt, ſo werde ich in mein Vaterland zurückkehren. Ich fühle aber, daß fortan zwiſchen mir und dem öffentlichen Leben eine unüberſteigliche Schranke ſich errichtet.⸗
Nachdem Lord Lisle abermals einige Augenblicke lang geſchwiegen, ſetzte er in entſchloſſenem Tone hinzu:
„Sir Charles Murray, ich nehme Miß Lucy's Hand an, wenn Ihr noch damit einverſtanden ſeyd, ſie mir zu geben.“
„»Ob ich damit einverſtanden bin, Henry, mein Sohn!« rief der Greis, indem er Lord Lisle in ſeine Arme ſchloß;„»ja


