Teil eines Werkes 
3Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 3. Th. (1858)
Entstehung
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Sir Charles Murray ſchwieg einige Augenblicke, dann wendete er ſich zu Henry und ſagte in feierlichem Tone: »Höret mich aufmerkſam an, letzter Sprößling des Hau⸗ ſes Lisle. Ihr wißt, daß im Jahre 1428 die Engländer bis in die Mitte Frankreichs eingedrungen waren. Wie es ſchien, hatte für dieſes Land die verhängnißvolle Stunde geſchlagen, wo eine Nation ſtirbt. Eine Jungfrau trat auf, ich nenne ſie nicht, denn ihr Name iſt eine Schande für England. Orleans ward befreiet und der Sieg ſchien ſich in dieſer Jungfrau zu verkörpern. In der Schlacht bei Patay kämpften ein Lisle und ſein Sohn neben einander. Plötzlich in dem dichteſten Kampfgewühl richtete ſich die ſchreckliche Geſtalt der Kriegerin vor ihnen auf. Sie hob den Arm empor, um den Sohn nie⸗ derzuſtrecken, der Vater wendete mit ſeinem Schwert den Streich ab und fiel ſelbſt tödtlich getroffen. Der Engel Frank⸗ reichs ließ einen mitleidigen Blick auf den jungen Mann fallen und ſchritt in ſeinem Befreiungswerke weiter. Das göttliche Schwert aber theilte, indem es das eures Ahns berührte, demſelben den Funken der himmliſchen Freiheit mit. Der Greis reichte es ſeinem Sohne und ſagte: Ich ſterbe, ſuche nicht mich zu rächen. Dieſer Krieg iſt ein Krieg der Ungerechtigkeit und des Verrathes. Nimm dieſe Waffe und ſie diene künftig in deinen Händen oder in denen deiner Nachkommen nur der Gerechtigkeit und dem in ſeiner Unabhängigkeit bedrohten oder in ſeiner Ehre verletzten Vaterlande. Laß die Könige ſelbſt ihre ehrgeizigen Zwiſtigkeiten ausmachen und ziehe dieſe Waffe nur in wahrhaft nationalen Kämpfen aus der Scheide; lebe wohll Und der junge Erbe trug den väterlichen Degen mit ſich fort— es war dieſer hier!« Murray, hielt indem er dieſe Worte pprach die Waffe ddeem jungen Manne hin, wie um ſie ihm näher zu zeigen.