Teil eines Werkes 
3Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 3. Th. (1858)
Entstehung
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Arme und drückten ſich mit dem ganzen Anſchein der wärm⸗ ſten Zuneigung.

„»Na, na,“ rief Suſanne laut auflachend,»nun werden ſie einander gar erdrücken, dieſe grimmigen Freunde.— Zu Tiſche, meine Herren! Zu Tiſche!«

Die Kellner des Wirthshauſes trugen das Souper auf. Es war Chiffinch, welcher die beiden andern Triumvirn be⸗ wirthete. Die auserleſenſten Weinſorten ſtanden auf dem Tiſche, eben ſo wie Alles, was die Gaſtronomie der damali⸗ gen Zeit an Meiſterwerken der Kochkunſt aufzuweiſen hatte. Es war ſchon ſpät und der Hunger der Gäſte daher kein kleiner. So zahlreich und ſo gut verſehen die Schüſſeln auch auf einander folgten, ſo wurden ſie doch niemals wieder fortgeſchickt, ohne daß man wenigſtens davon gekoſtet hätte. Die Flaſchen wur⸗ den unaufhörlich geleert und eben ſo unaufhörlich durch friſche erſetzt. 4

So lange die Bedienung der Tafel, welche beim Be⸗ ginn des Souper bedeutende Thätigkeit in Anſpruch nahm, die Gäſte nöthigte, den dienſtthuenden Kellner in der Nähe zu behalten, drehte die Converſation ſich um die Speiſen und Weine.

Endlich jedoch war das Deſſert in geſchmackvoller Fülle und auf einem Bett von entblätterten Mairoſen, den erſten und wohlduftendſten des Jahres, aufgetragen. Ueber dibſer Blätterſchicht funkelten die ausgeſuchteſten und ſeltenſten Weine in dem Scheine der Wachskerzen, welche auf Leuchtern von böhmiſchem Kryſtall befeſtigt waren.

Die Kellner verließen das Zimmer und die Gäſte konn⸗ ten nun allein ſich an dieſem Feſte für den Geſichts⸗ und Ge⸗ ruchsſinn weiden.