Teil eines Werkes 
3Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 3. Th. (1858)
Entstehung
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jungen Mädchen!— Das ſtreift an's Romanhafte. Es iſt augenſcheinlich, daß Suſanne die Zofe irgend einer geheimniß⸗ vollen vornehmen Dame iſt.— Suſanne eine Zofe?— O nein, nein, ſie hat nichts weniger als die Haltung einer dienenden Perſon— warten wir— ich werde ja ſehen.«

Er hatte nicht Zeit mehr zu ſagen. Suſanne kam wieder zum Vorſchein, aber diesmal in weißen Atlas gekleidet, mit rothen Blumen in ihrem rabenſchwarzen Haar. Ihr ſchwarzes Auge funkelte von muthwilliger Freude. Das bezauberndſte Lächeln theilte ihre Lippen und ließ ihre kleinen, wohlgeordne⸗ ten Zähne ſehen, welche weiß dahinter hervorſchimmerten, wie Milch in einem Korallenbecher.

»O, ich bin es immer noch— es iſt immer noch Su⸗ ſanne!« ſagte ſie, indem ſie ſich mit gleichzeitig anmuthiger, ſtolzer und muthwilliger Geberde vor den jungen Mann hin⸗ ſtellte, welcher kaum ſeinen Augen traute.»Und wenn Ihr, Sir Henry, in mir durchaus zwei Suſannen ſehen wollet, welcher würdet Ihr wohl den Vorzug geben?

Lord Lisle, auf deſſen Geſicht ſich ein kaum bemerkbares Lächeln gezeigt, ward ſogleich wieder ernſt und traurig.

»Ich gebe der, welche mir zuerſt erſchien, den Vorzug,« ſagte er.

»Alſo Suſannen der Bettlerin? Warum gebt Ihr dieſer den Vorzug?«

»Die, welche ich ſehe, iſt eben ſo ſchön, aber—«

»Redet aus, Sir Henry, redet aus— 8

»Ihr wollt es?«

»Ganz gewiß! Redet! fürchtet nicht mir unangenehm zu ſeyn, denn wenn es um deſſenwillen iſt, was mein Bruder

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