40
„»Heute Abend, meine Mutter?« fragte der Gardeoffi⸗ zier in einem Tone, deſſen Zittern er zu verhehlen bemüht war.—
»Ja, heute Abend acht Uhr werde ich hingehen. Ehe wir uns aber trennen, verſprich mir, daß Du nicht zu Charles Murray gehen willſt. Du biſt deinem Worte niemals untreu geworden, Henry.— Du verſprichſt es mir, nicht wahr?«
»Ich kann Euch dieſes Verſprechen nicht geben, meine Mutter.«
»Aber warum willſt Du Gefahren trotzen, denen Du unterliegen würdeſt? Ich ſelbſt bedarf meines ganzen Muthes, um dieſe peinliche Miſſion durchzuführen, denn Niemand weiß beſſer als Du, wie ſehr ich Lucy liebe. Das arme Kind!— Henry, ſiehe ſie nicht wieder— wenigſtens jetzt nicht. Ent⸗ muthige Dich nicht durch den Anblick ihrer Thränen. Du haſt gehört, was der König ſo eben ſagte. Die Feinde Sr. Ma⸗ jeſtät wagen die Waffen gegen ſeinen Thron zu erheben. Du wirſt genöthigt ſeyn, ſie zu bekämpfen. Henry, mein theurer Sohn, vermeide es, Dich zu Lucy's Vater zu begeben.⸗
»Ich ſage Euch nochmals, meine Mutter, ich kann Euch nicht etwas verſprechen, was, wie ich fühle, über meine Kräfte geht.«
»Dann aber wirſt Du Dich wenigſtens nicht weigern, mir zu ſchwören, daß Du nicht vor mir zu Sir Charles geheſt.⸗
»Um acht Uhr wollt Ihr euern Beſuch machen, liebe Mutter?«
„Ja, Henry.“
»Wohlan denn, ich werde nicht vor acht Uhr zu dem alten Freunde meines Vaters gehen. Ich verſpreche es Euch.⸗


