Teil eines Werkes 
3Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 3. Th. (1858)
Entstehung
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ihren Gedanken überließen, geherrſcht haben, wenn nicht Lady Lisle, indem ſie plötzlich die Hand des jungen Mannes ergriff, der in einen um ſo tiefern Schmerz verſenkt war, als derſelbe ſich durch kein äußeres Zeichen kundgab, mit feſter Stimme zu ihm geſagt hätte:

„Mein lieber Sohn, faſſe Muth! Gott ſendet uns einen Schlag nach dem andern, das iſt wohl wahr. Nachdem er zugelaſſen, daß man deinen armen Vater ermordete, verlangt er nun auch, daß Du deiner Braut entſagſt!«

„Iſt es denn auch wirklich Gott, der es verlangt, meine Mutter?« unterbrach ſie Henry mit bitterem Lächeln und in kurzem Tone.

»Nichts geſchieht ohne ſeinen Willen, mein Sohn,“ ant⸗ wortete Lady Lisle feierlich,»und Seine Majeſtät der König Jacob II. iſt hier nur ein Werkzeug in der Hand des Herrn. Bringe ihm daher freiwillig das Opfer deſſen, was Du für dein Glück hielteſt und ſprich zu ihm aus Grund deines Her⸗ zens jene Worte des ſtill ergebenen Chriſten: Dein Wille ge⸗ ſchehe, mein Got!“

Henry entgegnete kein Wort. Er machte ſanft ſeine Hand aus denen ſeiner Mutter los, kreuzte die Arme über die Bruſt und ſchloß die Augen.

„Ich habe,« fuhr Lady Lisle in einem Tone fort, deſſen faſt männlicher Klang durch den Ausdruck der innigſten müt⸗ terlichen Zärtlichkeit gemildert ward,»ich habe gegen meinen Willen, gegen meine aufrichtige Ueberzeugung und einzig und allein, um Dir gefällig zu ſeyn, mein Sohn, einen Schritt ge⸗ than, der mir im höchſten Grade widerſtrebte. Ich ahnte, ohne es Dir zu ſagen, was uns jetzt begegnet iſt. Ich war über⸗ zeugt, daß der König ſeine Zuſtimmung verweigern würde,

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