36
„Die Zuſtimmung Ew. Majeſtät zu der zwiſchen Lord Henry Lisle und Miß Lucy Murray projectirten Vermälung.«
„Ganz recht; Henry Lisle,« ſagte der König langſam, „der Sohn des Königsmörders. Sein Vater hat ſeine Schuld bezahlt— und gut bezahlt, ja— mit dem Sohne bin ich nun quitt. Uebrigens iſt er auch auf den guten Weg zurückge⸗ kehrt— ſeine Mutter hat einen guten Katholiken aus ihm gemacht.— Aber warum will er ſich dann wieder mit dieſem ketzeriſchen Mädchen, mit dieſem puritaniſchen Schwiegervater einlaſſen?— Indeſſen, er könnte ſeine Frau vielleicht be⸗ kehren—«
Jacob II. begann einige Secunden lang nachzudenken. Dann ſagte er wie ein Menſch, welcher zweifelt und unſchlüſ⸗ ſig iſt:
»Nun, Chiffinch, was denkſt Du von dieſer Forderung des Lord Lisle und ſeiner Mutter? Würdeſt Du an meiner Stelle deine Einwilligung geben?«
„Ich bitte Ew. Majeſtät ſich deſſen zu erinnern, was in der letzten bei mir abgehaltenen religiöſen Conferenz beſchloſſen worden iſt und Ihr werdet nicht nöthig haben, meine ſchwache Anſicht zu Rathe zu ziehen.«
„Da haſt Du Recht, Chiffinch. Laß ſie eintreten.“
Lady Lisle und Henry traten in das Cabinet des Kö⸗ nigs, welcher, als er ſie erblickte, rief:
„Was verlanget Ihr von mir? Ich ſoll ein durch unſere heilige Kirche verbotenes Bündniß autoriſiren? Für wen hal⸗ tet Ihr mich denn? Dieſe einfache Forderung iſt in den Augen der Religion ſchon ein Verbrechen, müßt Ihr wiſſen,— ja, ein Verbrechen!— Ich kann daher dieſes Bündniß nicht bil⸗


