Teil eines Werkes 
3Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 3. Th. (1858)
Entstehung
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3⁵

Sobald als der Herr und Diener mit einander allein waren, ſagte erſterer:

»Die Gräfin von Dorcheſter wird alſo kommen?«

„Ich bitte Euch, Sire, nennt Mrs. Katharina Sedley nicht ſo. Ihr wiſſet, daß ſie dieſen Titel nicht will und Ihr wiſſet auch, wie viele Thränen Ihre Majeſtät die Königin ſchon deswegen vergoſſen hat.“

„»Ich glaube gar, Du fängſt an zu moraliſiren, Chif⸗ finch? Ich habe meine angebetete Katharina zur Gräfin von Dorcheſter ernannt— und ſie ſoll Gräfin von Dorcheſter ſeyn, ſelbſt wenn die Königin alle Thränen vergöße, die ſie überhaupt vergießen kann. Alſo, mein lieber Moralprediger, iſt die Grä⸗ fin denn da? Denn ich vermuthe, die wichtige Angelegenheit, von welcher Du ſo eben ſprachſt, iſt ein ſüßer Zwieſprach mit dieſem Engel.⸗

„»Sire, die Gräfin von Dorcheſter erwartet Euch aller⸗ dings in eurem Zimmer,“ ſagte Chiffinch, welcher that, als ob er ſehr fürchtete, ſeinem Herrn mißfallen zu haben.»Dies iſt es jedoch nicht, woran ich dachte, als ich ſo eben ſagte—«

»Nun was iſt es denn?« rief der König mit kaum noch verhaltenem Zorne;»was iſt es denn? Wenn es nicht das iſt, warum haſt mich dann verhindert, den General Kirke zu examiniren?«

»Sire, ich bitte Euch unterthänigſt, Euch zu erinnern, daß Ihr dieſe Stunde zu der Audienz beſtimmt habt, welche Ihr der Lady Lisle und ihrem Sohn, eurem Gardoofftzier, gewähren wolltet.«

»Ach ja— das iſt wahr! Was wollen ſie denn? was verlangen ſie?«

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