4 6 werde ſeine Flucht überwachen und ſie beſchützen. Ich behalte mir nur eine Rache vor, und dieſe ſoll mir Niemand rau⸗ ben. Ich werde den Mann tödten, der mie eure Liebe ent⸗ zieht. Ich werde ihn umbringen, jenen glatiwangigen Damen⸗ ritter, der den ſüßen Namen Henry Lisle trägt. Lebt wohl, Miß Luchy, oder vielmehr auf Wiederſehen!«
Kirke lenkte ſeine Schritte nach der Thür, ging aber nicht hinaus. Er wünſchte vorher die Wirkung zu ſehen, welche ſeine letzten Worte auf Lucy äußern würden.
Dieſe Wirkung war eine furchtbare. Die Kräfte des armen Mädchens waren erſchöpft. Sie ward bleich, taumelte und ſah ſich, um nicht niederzuſinken, genöthigt, ſich auf ein Zimmergeräth zu ſtützen.
Dieſes Geräth war eben jener Tiſch von altem Eichen⸗ holz, auf welchem noch die handſchriftliche Bibel lag, von welcher ſchon früher die Rede geweſen.
Der Anblick dieſes Buches, des heiligen Zeugen der Schwüre, welche Lucy und Henry wenige Tage vorher ge⸗ wechſelt, ſchien dem jungen Mädchen eine plötzliche und geheim⸗ nißvolle Kraft mitzutheilen.
Sie richtete ſich auf. Ein unerwartetes Gepräge der Ruhe verdrängte auf ihrem Antlitz den Ausdruck der Angſt und Verzweiflung, welcher noch ſo eben darauf zu ſehen ge⸗ weſen. Sie richtete auf Kirke einen feſten entſchloſſenen Blick und wendete ſich mit ſtolzer, edler Geberde zu ihm.
„Oberſt,« ſagte ſie mit feſter Stimme,»Ihr habt mir ſo eben verſprochen und geſchworen, daß mein Vater während der nächſten drei Tage in keiner Gefahr ſchwebe und daß Ihr ſeine Abreiſe decken würdet, wenn er es angemeſſen fände, London oder England überhaupt zu verlaſſen. Dies iſt wahr⸗
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