5
»O, ſagt ein Wort, Lucy, ein einziges Wort der Hoff⸗ nung, und ich mache aus meinem Namen einen funkelnden und ruhmreichen Namen, den jedes Weib mit Stolz tragen würde. Ein Wort von Euch, Lucy, und ich rette euren Va⸗ ter vor Jeffreys' Wuth!— Wie, Ihr bleibet ſtumm! Ihr zittert und taumelt. Warum werdet Ihr deshalb ſo unruhig, meine innigſt Geliebte? Sehet, Luch, ſehet dieſes Medaillon — es hat mich noch niemals verlaſſen, ſeitdem ich es habe. Sagt mir blos, daß ich es behalten ſoll, daß Ihr mir es gebet, und in drei Tagen iſt euer Vater in Holland vor jeder Gefahr geſchützt.«
Die arme Lucy näherte ſich, von einer unüberwindlichen Bewegung unwillkürlicher Neugier getrieben, Kirke um einen Schritt und betrachtete das Medaillon.
„»Mein Bildniß!« ſagte ſie;„wie kommt Ihr dazu? O gebt es mir zurück, Oberſt!«
„»Nur mit meinem Leben ſoll man es mir entreißen!« ſagte Kirke in kaltem Tone, indem er zugleich das Bildniß wieder in ſeinem Buſen barg und im Tone anmaßender Härte ſagte:
„»Alſo, was ich auch gethan habe und was ich auch noch bereit ſeyn mag zu thun, um Euch meine Liebe zu bewei⸗ ſen, ſo kann ich von Euch doch kein Wort und keine Geberde erlangen, die nicht ein Zeugniß eures Haſſes gegen mich wäre! Wohlan, ich entferne mich, um jedenfalls den eifrig⸗ ſten eurer Wünſche zu erfüllen. Dennoch aber will ich, in⸗ dem ich gehe, Euch nicht in tödtlicher Ungewißheit laſſen. Ich bin beſſer, als man mich gewöhnlich macht, und überdies liebe ich Euch. Sagt eurem Vater, daß er die Friſt, die ich für ihn gewonnen habe, benützen kann. Er möge abreiſen. Ich


