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Lucy fühlte zitternd und befangen ſeinen glühenden Blick wie einen unheimlichen, unüberwindlichen Zauber auf ihr laſten.
»Seit meinen Jünglingsjahren,« hob nach einigen Se⸗ cunden der Glücksritter wieder an,»habe ich in jenem bren⸗ nenden Himmelsſtriche gelebt, wo die Jugend des Menſchen durch das Feuer der Leidenſchaften ſo ſchnell ausgetrocknet wird, wo Wolluſt und Liebe in der Luft ſchwimmen. Wohlan, Miß Lucy, ich ſage Euch in der Wahrheit, dort hat die Liebe nicht einen einzigen Tag lang mein Gemüth beunruhigt. Meine erſte Leidenſchaft ſollte in Lauſanne geboren werden. Höret mich an— es iſt eine ſeltſame und verhängnißvolle Geſchichte, die ich Euch erzählen will. Ich befand mich bei einem edeln Verbannten, bei dem Freunde eures Vaters. Seiner vom Eiſen des Meuchlers durchſtoßenen Bruſt entquoll ſein Lebensblut. Noch einige Augenblicke und das Leben mußte in ihm erlöſchen. Dieſer Greis ſprach in ſeinem letzten Delirium von einem jun⸗ gen Mädchen. Aus ſeinen nur noch geſtammelten Worten hörte ich, daß ſie ſchön und rein war. Die Worte des Sterbenden ſchufen in mir ein neues Daſeyn. Sie offenbarten mir in meiner Seele Geheimniſſe welche ich vor dieſem feierlichen Auftritt darin noch nie geahnt. Ich begriff, daß ich zum erſten Male ein weibliches Weſen liebte, welches ich nicht kannte. Ich begriff daß ihr Anblick meine Liebe noch ſteigern würde. Ich ſah ſie wirklich und meine Liebe iſt grenzenlos. Der Greis ſprach ſter⸗ bend einen Namen aus, der noch jetzt in meinen Ohren hallt. Er murmelte: Lucy!«
„Das iſt mein Name““ rief das junge Mädchen er⸗ ſchrocken und ſchaudernd.
„Der ſüßeſte aller Namen!« „»Mein Gott!“


