Teil eines Werkes 
1Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 1. Th. (1858)
Entstehung
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die Leidenſchaft verblendete Menſch ſeine heiligſten Pflichten vernachläſſigt und vergißt ja, ſeine heiligſten Pflichten. Wie iſt es möglich, daß ich an alle durch die Umſtände gebo⸗ tenen Sicherheitsmaßregeln gedacht und gleichwohl vergeſſen habe, meinem armen Bruder die Thore des Himmels zu öff⸗ nen! Aber ſeyd Ihr auch überzeugt, mein Herr, daß mein Bruder römiſch⸗katholiſch iſt? Ich habe es oft geahnt, aber niemals dieſe glückliche Gewißheit erlangt ſeyd Ihr wirk⸗ lich davon überzeugt, mein Herr?«

»Ja, gnädigſter Herr, vollkommen.

»Aber, mein Herr, wer hat es Euch denn geſagt?«

»Es kommt mir nicht zu, dieſe Frage zu beantworten, gnädigſter Herr.«

»Ich gebe Euch mein Wort als Edelmann und Chriſt, daß der Name dieſer Perſon zwiſchen Gott, Euch und mir ein Geheimniß bleiben ſoll ja, mein Wort als Edelmann und als Chriſt.«

»Die Herzogin von Portsmouth hat es mir geſagt, Hoheit.

»Nelly, ah, Nelly! Dieſen Namen hätte ich nicht er⸗ rathen. Sie iſt ein gutes Kind dieſe Nelly, wirklich, ſie iſt ein gutes Kind.

Der Herzog von York, welcher die Gewohnheit hatte, das, was er ſagte, mehrmals zu wiederholen, lenkte ſeine Schritte nach dem Bette ſeines Bruders, indem er leiſe vor ſich hin murmelte:

»Ja, ſie iſt wirklich ein gutes Kind ein gutes Kind.

Bei der Annäherung des Mannes, der aller Wahr⸗ ſcheinlichkeit nach nun bald Jacob II. heißen ſollte, traten die Höf⸗