Teil eines Werkes 
1Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 1. Th. (1858)
Entstehung
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werden. Welch lichtvoller Geiſt! Welches ſichere und tiefe uUrtheill Kein Umſtand entgeht Dir. Du erräthſt ſtets die Abſicht; Du lieſeſt im Innern der Herzen die geheimſten Ge⸗ danken. Du biſt ein Genie, ein echtes, ein großes Genie.“

Obſchon Jeffreys that, als ob er nicht auf die Schmei⸗ cheleien ſeines Zechgenoſſen achtete, ſo verriethen doch das triumphirende Lächeln, die freudige Verklärung ſeines vom Rauſche illuminirten Geſichtes deutlich, wie ſehr er ſich inner⸗ lich über dieſe plumpen Lobſprüche freute.

„»Wohlan, langweiliger Schwätzer,« hob er an,»Du ſagſt mir nicht, ob Du meinen Vorſchlag annimmſt?“«

„O Dank, wunderbarer Mann! Zermalme mich nicht durch deine Größe und Ueberlegenheit!«

„»Du geſtehſt alſo, daß Du geſchlagen biſt, elender Hund?«

„Was augenſcheinlich iſt, kann man nicht leugnen.«

„Na, deine Beſchämung rührt mich. Welche Summe ſoll Wathew Salers Dir für ſeine Freilaſſung bezahlen?«

„Zweihundert Pfund Sterling.“

„Zweihundert Pfund Sterling? Nicht mehr?«

„Leider nein, nicht einen Heller mehr.

Jeffreys hieb mit der Fauſt ſo fürchterlich auf den Tiſch, daß die Gläſer der Gäſte auf dem Tiſchtuch hinrollten. Dann ſchrie er mit lauter Stimme und ſchäumendem Munde:

„„Schamloſer Schurke! Entblödeſt Du Dich nicht, die Juſtiz auf ſo ſreche Weiſe zu entweihen und in Mißcredit zu bringen? Ein Dieb, ein Fälſcher, ein doppelter Mörder ſoll für nur zweihundert Pfund Sterling ſeine Freiheit wieder er⸗ halten? Elender Lumpenhund! So bringſt Du das Handwerk herunter! Du biſt unwürdig den Advocatenmantel zu tragen — Du biſt unwürdig, als Vertheidiger vor der Schranke