Teil eines Werkes 
1Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 1. Th. (1858)
Entstehung
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feimter Säufer, verfluchter Hund, ich beabſichtige Dir einen ausgezeichneten Beweis der ganz beſondern Achtung zu geben, welche dein ſchönes Verhalten mir einflößt. Verlange von mir, was Du willſt, Taugenichts; und der Teufel ſoll mir den Hals umdrehen, wenn ich deine Bitte zurückweiſe.«

Der Zechgenoſſe, welchen Jeffreys ſeinen Freund Birch genannt hatte, zögerte.

„»Man behauptet, göttlicher Zecher,« fuhr Jeffreys fort, »daß Du eine Menge Schulden haſt, und von einer ganzen Armee von Gläubigern belagert wirſt. Willſt Du, unver⸗ ſchämter Gauner, daß ich die zwei oder drei hartnäckigſten dieſer Meute hängen laſſe? Willſt Du? Sprich; ſo wahr ich lebe, ich werde es thun!«

»Unglücklicher!« rief Birch erſchrocken,»laß Dir nicht eine ſolche Ungeſchicklichkeit einfallen. Ich würde ſie Dir in meinem ganzen Leben nicht verzeihen. Meine Gläubiger hän⸗ gen, dies hieße ja mir jeden Credit rauben! Welcher Liefe⸗ rant würde noch mit mir zu thun haben wollen, wenn man wüßte, daß ich meine Schulden durch Anweiſungen auf Jack Ketch bezahle, welche dieſer unter freiem Himmel in ſeinem Comptoir zu Tyburn einlöſt! Mein lieber Jim, ich beſchwöre Dich, laß meine Gläubiger in Frieden—«

»Du willſt alſo durchaus nichts von mir annehmen?« rief Jeffreys wüthend.„Alſo, aus Hohn und nicht aus Freundſchaft nennſt Du mich deinen lieben Jim? Erbärmlicher Vagabund, nimm Dich in Acht. Schon morgen werde ich Dich als falſchen Zeugen, oder als erkauften Zeugen feſtneh⸗ men laſſen. Ha, wie will ich lachen, wenn Du vor mir er⸗ ſcheinſt! Ich werde Dich mit der rauhen Seite meiner Zunge

ſo lecken, daß Du trotz deiner hölliſchen Unverſchämtheit ſtumm

daſtehen ſollſt wie ein Fiſch.“