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Ihr kommt, um Euch an meinen letzten Qualen zu weiden? Doch nein, ich irre mich,“ fuhr der Irländer mit höhniſchem Gelächter fort,„nein, es iſt ein gutes Gefühl, welches Euch hierherführt, es iſt das Mitleid. In der That, Mylord, Ihr erzeigt mir zu viel Ehre. Ich weiß nicht, wie ich mich für eine ſolche Herablaſſung, für eine ſolche Güte dankbar beweiſen
ſoll. Das Intereſſe, welches Ihr an mir zu nehmen geruhet,
rührt mich zu Thränen und vergebens ſuche ich Worte, um Euch meine ganze Dankbarkeit zu beweiſen. Ich kann keine Worte finden—«
„Schweig, frecher Vagabund, ſchweig, Bandit!« ſchrie der Oberrichter.„»Du weißt nicht, ſagſt Du, wie Du mir deine Dankbarkeit beweiſen ſollſt? Warte wenigſtens, ehe Du ſie kundgibſt, ſchamloſer Halunke, bis der Henker Dir einen Vorgeſchmack von den Genüſſen verſchafft haben wied, welche Dir vorbehalten ſind. Wenn Du die Folter überſtanden haben wirſt, wenn deine zuckenden Glieder nur noch eine unförmliche Maſſe von zerbrochenen Knochen und zerquetſchtem Fleiſch dar⸗ bieten werden, dann wird es Dir erlaubt ſeyn, mich ganz nach Belieben zu ſegnen. Meine Gegenwart ſetzt Dich in Er⸗ ſtaunen? Wohlan ja, ich will Dir es nicht verhehlen— wenn auch dieſes Geſtändniß deine Eitelkeit kitzeln ſollte, ich habe nicht dem Wunſch widerſtehen können, in der Nähe eines ſol⸗ chen Taugenichts, wie Du biſt, zu ſeyn Die abgefeimteſten Banditen des Königreiches ſind durch meine Hände gegangen und ich habe unter ihnen nicht einen einzigen gefunden, der in Bezug auf Frechheit und Verſtockheit mit Dir verglichen werden könnte. Nun aber endlich biſt Du in die Gewalt der Gerechtigkeit gerathen, elender Taugenichts! Morgen wird die Geſellſchaft von Dir befreit ſeyn, denn morgen wirſt Du am Galgen hängen.«


