Teil eines Werkes 
1Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 1. Th. (1858)
Entstehung
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haben, in meinen Kerker herabzuſteigen. Dieſer Mann hat einen Auftrag zu erfüllen.— Er iſt meine letzte Hoffnung. Ein Wort zu viel oder zu wenig und ich bin verloren!« »Lieber Freund,« hob nach einer Pauſe der Boxer wie⸗ der an, als er ſah, daß der Irländer fortfuhr zu ſchweigen, »eure Hartnäckigkeit, mir nicht ausführlich zu antworten, be⸗ weiſt nicht viel zu Gunſten eurer Herzensgüte. Es iſt dies eine große Undankbarkeit gegen die Dienſte, die ich Euch geleiſtet, und ich hätte von Euch mehr Erkenntlichkeit erwartet.« »Und ich von Euch weniger Grauſamkeit,« rief Fitzge⸗ rald im Tone ſchmerzlichen Vorwurfs.»Schämt Ihr Euch nicht, die wenigen Stunden, die ich noch zu leben habe, zu eurem Nutzen ausbeuten zu wollen und durch kindiſche Reden zu beläſtigen? Iſt es denn einem Verurtheilten nicht einmal vergönnt, frei über ſeine letzten Augenblicke zu verfügen? Ich ſoll binnen wenigen Stunden vor Gott erſcheinen und bedarf daher der Sammlung und des Gebetes. Doch was nützt es, von Mitleid mit einem Herzen zu ſprechen, welches ſo verſtockt iſt, wie das eure?« fuhr der Gefangene in noch heftigerem Tone fort.»Das wäre verlorene Mühe. Ihr ſteht immer noch da, mit der Laterne in der Hand. Ihr weigert Euch fortzugehen. Ich ſoll Euch durchaus ſagen, was Ihr wiſſen wollt. Wohl⸗ an, ja, ich habe ernſtlich geſprochen. Ja, ich habe Gründe zu dem, was ich geſagt habe. Ich hatte einen Plan entworfen, deſſen Ausführung— und ſie war untrüglich— Zeffreys, wenn er mich in ſeinen Dienſt genommen hätte, zur bedeutend⸗ ſten Perſon des Königreichs England gemacht hätte. Jetzt Euch dieſen Plan auseinanderzuſetzen und mich in unver⸗ ſtändliche Einzelnheiten darüber auszulaſſen, dies wäre mir unmöglich. Die Zeit würde mir dazu fehlen. Lebt wohl, Roſe! Ins Himmels Namen, ſtöret meine Ruhe nicht weiter.⸗

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