Teil eines Werkes 
1Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 1. Th. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

34

ſchmackt fand; daß in ſeinen Augen dieſer Jeffreys nichts wei⸗ ter war als ein Gemiſch von Grauſamkeit und Dummheit und

daß Fitzgerald ſeine Gründe hatte dies zu denken. Doch ich raube Euch eure Zeit, mein lieber Mr. Roſe, und ich ſelbſt bedarf der Ruhe. Lebt wohl, lebt wohl, mein guter Mr. Roſe,

lebt wohl.«

Nachdem der Irländer dieſe Worte geſagt, lehnte er ſeinen Kopf an die Wand, ſchloß die Augen und bekümmerte ſich nicht mehr um ſeinen Beſucher. Was Roſe betraf, ſo rührte er trotz des ſo beſtimmt ausgeſprochenen Abſchieds, den er erhalten, ſich nicht von der Stelle. Er ſchien die Un⸗ terredung noch weiter fortſetzen zu wollen, gleichzeitig aber auch verlegen zu ſeyn.

»Schlaft Ihr ſchon, lieber Fitzgerald?« fragte er nach einem Augenblick des Schweigens.

Der Verurtheilte öffnete die Augen und ſagte in ſchrof⸗ fem Tone:

»Was, Ihr ſeyd immer noch da, Roſe? Ich träumte

ſchon ſehr angenehm und nun weckt Ihr mich wieder auf.

Was wollt Ihr von mir? Hatte ich Euch nicht gebeten, mich in Frieden zu laſſen?«

»Ich gehe, lieber Freund, ich gehe.«

»Das iſt mir in der That ſehr lieb.«

»Nur wünſchte ich, ehe ich ewigen Abſchied von Euch nehme, ſehr, Euch zu umarmen. Man behauptet, daß der

Knuß eines Menſchen, welcher gehängt werden ſoll, Glück

bringe.«

„Nun gut, ſo umarmet mich und gehet dann.“«

»Und dann,“ fuhr Roſe fort, indem er immer noch un⸗ beweglich auf ſeinem Platze verharrte,„wäre es mir nicht

2*

ſp