Teil eines Werkes 
1Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 1. Th. (1858)
Entstehung
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Dummköpfe. Es gibt keine kritiſche Lage, möge ſie dem An⸗ ſcheine nach auch noch ſo verzweifelt ſeyn, aus welcher der energiſche und kühne Menſch nicht zu ſeinem Vortheile hervor⸗ ginge, dafern ihm der Zufall nur ein wenig zu Hilfe kommt. Ich bin ja ſchon auf ſo rauhen und ſo blutigen Wegen ge⸗ wandelt!— Ha, wenn ich Jeffreys ſehen, wenn ich nur eine halbe Stunde mit ihm ſprechen könnte! Da ſollte man ſchöne Dinge ſehen! Aber welches Mittel,“« ſchrie er mit heiſerer Stimme, indem er die ſchweren Ketten ſchüttelte, mit welchen er belaſtet war,„welches Mittel ſtünde mir zu Gebote, um den Oberrichter hierher in dieſen Kerker zu locken? Soll ich ſagen, ich hätte wichtige Enthüllungen zu machen? Dann wird er eines ſeiner untergeordneten Werkzeuge ſchicken. Soll ich ihn

unm eine Unterredung bitten laſſen? Würde wohl ein Mann

wie er ſich um eines armen Teufels willen, wie ich bin, be⸗ mühen? Dennoch aber muß ich ihn ſehen— ja, es muß ge⸗ ſchehen!«

Fitzgerald ſchwieg. Sein ſtarrer Blick, ſeine von Falten durchfurchte Stirn, ſeine gänzliche Unbeweglichkeit verriethen mehre Minuten lang, von welchen tiefen und ſchmerzlichen Betrachtungen er gefoltert ward.

Plötzlich klirrte ein Schlüſſel im Schloſſe. Bei dieſem Ge⸗ räuſche nahm der Unglückliche, ſeine ganze Willenskraft auf⸗ bietend, ſofort eine andere Miene an. Die zuſammengezoge⸗ nen Muskeln ſeines Geſichts erſchlafften, das Feuer ſeines unruhigen, fieberhaften Auges erloſch, ſeine ſo eben noch von Wuth und Ingrimm verſtörten Züge nahmen einen reſignir⸗ ten und gleichgiltigen Ausdruck an, welcher wohl im Stande geweſen wäre, ſelbſt den ſcharfſinnigſten und mißtrauiſchſten Beobachter zu täuſchen.

Es dauerte nicht lange, ſo drehte ſich die maſſive Thür