Teil eines Werkes 
1Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 1. Th. (1858)
Entstehung
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eben noch vor ſeinen Richtern gezeigt, war einer vollſtändi⸗ gen Entmuthigung und Verzweiflung gewichen. Es ward klar, daß er ſich bis jetzt hinter einer trügeriſchen Maske verſteckt und daß er in Wirklichkeit ſo ſeyn mußte, wie er ſich in der Einſamkeit ſeines Kerkers zeigte.

Von Zeit zu Zeit jedoch ſchien er ſeine Schwäche über⸗ winden zu wollen. Sein Blick erſtrahlte von einem unheimli⸗ chen Glanze, von ſeinen bleichen, krampfhaft verzerrten Lip⸗ pen fielen unzuſammenhängende Redensarten, die unvollkom⸗ mene Ueberſetzung ſeiner düſteren Gedanken.

»Auf ſo dumme Weiſe zu unterliegen,« murmelte er, „»während ich meine Thatkraft auf ſo nutzenbringende Art hätte verwenden können! Fluch und Verdammniß! Ich muß ſterben und die beiden armen Kinder ohne Stütze zurücklaſſen. Ja⸗ mes!— Suſannel— Beſonders Suſanne! Was ſoll ohne mich aus ihr werden, wenn ſie allen Eingebungen der Ar⸗ muth, allen Zufällen des Lebens preisgegeben iſt? Mutter! Mutter! An deinem Sterbebette hatte ich Dir verſprochen, deine Stelle bei ihr zu vertreten, und nun ſoll ich auch ſchon ſterben! Wenn ich gehängt bin, ſo wird ſie die Maitreſſe ir⸗ gend eines vornehmen Herrn, irgend eines Kammerdieners des Königs werden! Fluch, Fluch und Verdammniß!«

Und Fitzgerald's Geſicht, welches einen Augenblick durch dieſe brüderlichen Befürchtungen geadelt ward, nahm bald wieder einen Ausdruck wilder Bosheit an und die haſſenswer⸗ theſten menſchlichen Leidenſchaften malten ſich darin eine nach der anderen.

»Muß ich mich denn darein ergeben?« fuhr er fort. »Muß ich denn dieſen gräßlichen Tod als die Züchtigung für meine wahnſinnigen Träume hinnehmen? Nein, zum Teufel, nein! Die Reſignation iſt die Tugend der Schwachen oder der

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